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16 Freiwillige und fünf Frontier-Modelle melden 4.962 Schwachstellen-Befunde in 27,5 Stunden

Nach dem Diebstahl von rund 70 Mio. $ über eine fünf Jahre alte Schwäche im Zufallszahlengenerator der Hardware-Wallet Coldcard hat sich am 4. und 5. August 2026 eine Freiwilligengruppe zusammengeschlossen und das offene Bitcoin-Ökosystem KI-gestützt durchsucht. Bilanz nach 27,5 Stunden: 4.962 Befunde über 390 Projekte, darunter 85 als kritisch und 635 als hoch eingestufte. Getragen wurde der Lauf von 16 Freiwilligen, einem selbstgebauten Prüf-Gerüst und über 40.000 US-Dollar an Token-Kosten, die die Stiftung OpenSats übernahm. Eingesetzt wurden nach Angaben der Beteiligten Kimi K3, GPT Sol, Fable, Opus und GLM-5.2.

Die Zahlen, wie sie die Beteiligten selbst nennen und wie sie übereinstimmend wiedergegeben werden: „We've filed 4,962 findings across 390 projects. 85 critical and 635 high severity issues.“ Der Sprint lief am 4. und 5. August 2026 über 27,5 Stunden; Crypto Briefing rechnet daraus 180 Befunde je Stunde für die Gruppe beziehungsweise 2,31 kritische und hohe Befunde je Person und Stunde. Geleitet wurde er von dem Entwickler Calle (Bitchat) und Rob Hamilton, dem Geschäftsführer von Anchorwatch. Die Stiftung OpenSats trug über 40.000 US-Dollar an Token-Kosten. Das Prüf-Gerüst umfasst nach Angabe von Bitcoin Magazine rund 171.599 Zeilen Code; als Modelle nennt dieselbe Quelle Kimi K3, GPT Sol, Fable, Opus und GLM-5.2.

Was das Gerüst tut, ist der interessantere Teil als der Punktestand: Es sucht kritische Bibliotheken heraus, reproduziert gefundene Schwachstellen, bündelt die Belege zu Berichten und bereitet die vertrauliche Meldung an die Entwickler vor. Kritische Funde wurden nach Darstellung der Beteiligten lokal nachgestellt, bevor die Maintainer privat informiert wurden. Open Source For You berichtet zudem, das Team wolle das Gerüst quelloffen stellen, damit Firmen auch geschlossenen Code damit prüfen können – und dass der Lauf zunächst auf chinesische offene Modelle setzte, bis Zugänge zu OpenAI und Anthropic zur Verfügung standen. Träfe die Freigabe zu, wäre sie der eigentliche Hebel: nicht ein Audit, sondern ein wiederverwendbares Werkzeug.

Der Anlass: Bei der Coldcard-Hardware-Wallet von Coinkite umging die Firmware in den Versionen 4.0.1 (März 2021) bis 4.1.9 auf MK3-Geräten den dedizierten Zufallszahlen-Chip und nutzte stattdessen einen vorhersagbaren Software-Ersatz – die erzeugten Schlüssel waren damit aufzählbar. Angreifer rechneten den verkleinerten Schlüsselraum durch, leiteten die öffentlichen Adressen ab, sortierten nach Guthaben und räumten ab dem 30. Juli der Reihe nach leer; Bitcoin Magazine berichtet von über 1.000 gestohlenen BTC und rund 70 Millionen Dollar Schaden binnen 24 Stunden, The Block gibt unter Berufung auf Galaxy Research später rund 70 Millionen Dollar an. Novak übernahm die Verantwortung für den Firmware-Fehler und stellte fest, das eigene Prüfverfahren habe ihn nicht gefunden.

⚠️ Was wir ausdrücklich nicht sagen: dass KI den Angriff ausgeführt hat. Dafür gibt es keinen öffentlichen Nachweis; Novak hält es für möglich, mehr nicht. Ebenso wenig ist belegt, wie viele der 4.962 Befunde nach Prüfung durch die Projekte Bestand haben – zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der Sprint einen Tag zurück, eine Rückmeldung der Maintainer gibt es nicht. Crypto Briefing hält als Einordnung fest, „the existence of vulnerabilities doesn't mean funds were stolen or that Bitcoin itself is compromised“: Geprüft wurden Werkzeuge des Ökosystems, nicht das Bitcoin-Kernprotokoll. Eine Primärquelle des Teams (Repository, Berichtsdatei) haben wir nicht geöffnet; alle Zahlen stammen aus der übereinstimmenden Berichterstattung dreier Fachmedien vom 5. und 6. August.