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Blocks Buzz gibt jedem Agenten einen eigenen Schlüssel – und dem Menschen dahinter eine Mitsignatur

Block, das Unternehmen von Jack Dorsey, hat am 21. Juli 2026 den quelloffenen Team-Arbeitsraum Buzz gestartet (Apache 2.0, Version 0.4.21). Oberflächlich ist es ein Slack-Nachbau mit Kanälen, Threads und Suche; der Unterschied liegt in der Identitätsschicht. Buzz läuft auf dem Nostr-Protokoll, und jedes Mitglied – Mensch wie KI-Agent – hält ein eigenes kryptografisches Schlüsselpaar, das nicht der Plattform gehört. Agenten treten nicht unter dem Konto ihres Betreibers auf, sondern unter eigener Identität; ihre Aktionen tragen zusätzlich die Signatur des menschlichen Halters. Nachrichten, Reaktionen, Workflow-Schritte, Freigaben und Git-Ereignisse landen als signierte Ereignisse in einer Hash-Kette. Angebunden werden Claude Code, OpenAI Codex und Blocks eigenes Goose über das Agent Client Protocol.

Der Start war eine Ansage gegen zwei Platzhirsche. Dorsey beschrieb Buzz als „a new groupchat platform for teams of people and agents of all sizes, built to reduce our dependency on slack and github“. Bradley Axen, bei Block für KI zuständig, formuliert die Wette dahinter: „Every company is going to need a place where humans and agents work together.“ Das Repository trägt die Kurzbeschreibung „A hive mind communication platform“ und den Anspruch „a self-hostable workspace where humans and AI agents share the same rooms“.

Technisch trägt Nostr die Architektur: NIP-01 für die Ereignisse, NIP-42 für die Authentifizierung, NIP-34 für Git-Ereignisse wie Patches, Repo-Ankündigungen und Status. Konten im gewohnten Sinn gibt es nicht – die Identität ist der Schlüssel, und den kann die Plattform weder zurücksetzen noch wiederherstellen. Alles, was passiert, wird signiert und in einer Hash-Kette abgelegt: „sign with the same kind of key, and end up in the same search index“, unabhängig davon, ob ein Mensch oder ein Prozess der Urheber war.

Für Agenten gilt die Hausregel „members, not bots“: eigenes Schlüsselpaar, eigene Kanal-Mitgliedschaften, eigene Einträge im Prüfprotokoll – und beim Berechtigen soll man vorgehen „the same way you'd scope a teammate“. Angebunden wird über das Agent Client Protocol, womit Claude Code, Codex und Goose ohne Anbieter-Bindung nebeneinander im selben Raum laufen; eigene Agenten sprechen über die JSON-Schnittstelle `buzz-cli` und bekommen ihren Schlüssel über die Umgebungsvariable `BUZZ_PRIVATE_KEY`.

Der Funktionsstand ist im Projekt selbst dreigeteilt. Fertig: Relay, Kanäle, Threads, Direktnachrichten, Canvases, Medien, Suche, Prüfprotokoll, Desktop-App (Tauri/React), YAML-Workflows mit Auslösern über Nachricht, Reaktion, Zeitplan und Webhook sowie die Git-Ereignisse. In Arbeit: Mobil-Clients, Freigabe-Gates für Workflows, Push-Benachrichtigungen. Erklärte Absicht ohne Code: Reputation über Relays hinweg und eben das Git-Hosting. Dazu die eigene Warnung des Projekts: „Please do not plan your compliance program around the 💭 column yet.“ Betrieben wird selbst über Docker Compose mit Postgres, Redis und MinIO/S3 – oder über Blocks gehostete Beta.

Ein unabhängiger Praxistest (Better Stack, Tier C) setzte drei Agenten in einen Kanal: Zwei bauten je ein Anmeldesystem, ein dritter prüfte beide auf Sicherheitspraxis. Der Aufbau funktionierte, der Tester nennt die Plattform aber „still very early in its infancy“ – und liefert die praktische Warnung mit: Agenten schaukeln sich in gemeinsamen Räumen gegenseitig hoch, „they keep messaging each other and piling requests upon each other until you max out your tokens“. Wer so etwas produktiv laufen lässt, braucht harte Abbruchgrenzen. Derselbe Test beschreibt allerdings ein eingebautes Git-Hosting, das es so noch nicht gibt – wir folgen dem Projektstand.