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Mathematiker: OpenAI-Forscher wollte Anthropic-Koautor gestrichen sehen

Der NYU-Mathematiker Tristan Buckmaster veröffentlichte am 8. September 2026 drei Blowup-Ergebnisse und dazu eine unterzeichnete Erklärung: OpenAI habe binnen Tagen ein eigenes Navier-Stokes-Ergebnis erzeugt, nachdem Hinweise auf seine Arbeit dorthin gelangt seien, und der OpenAI-Forscher Sébastien Bubeck habe zweimal verlangt, seinen bei Anthropic beschäftigten Koautor Levent Alpöge zu streichen.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 9. September 2026

Die drei Ergebnisse betreffen endliche Blowup-Zeit bei glatter Krafteinwirkung: für die inkompressiblen Porous-Media-Gleichungen, für Boussinesq und für die dreidimensionalen inkompressiblen Euler-Gleichungen. Blowup heißt, dass die Geschwindigkeit einer Flüssigkeit an einzelnen Punkten in endlicher Zeit unendlich wird. Die Grundidee stammt laut Buckmaster von Diego Córdoba und Luis Martínez-Zoroa; als Werkzeuge nennt er Claude, Codex mit GPT-5.6 Sol und zuletzt Astra, letzteres nur für Textfassung und Prüfung.

Nach seiner Darstellung schrieb Buckmaster am 3. September 2026 an einen Mathematiker bei OpenAI, weil das Gerücht kursierte, Anthropic habe ein großes offenes Problem gelöst. Am 6. September sprachen beide zweimal, zusammen mit Bubeck. Dabei habe er erfahren, ein internes OpenAI-Modell habe einen rund hundertseitigen Beweis für den erzwungenen Navier-Stokes-Fall erzeugt; gesehen habe er ihn nie.

Alpöge sei zuvor gesagt worden, es sei „very little human input“ verwendet worden. Im Gesprächsverlauf habe sich das als unzutreffend erwiesen: Ein ganzes Team habe an dem Problem gearbeitet, das Modell sei zunächst an leichteren Aufgaben angesetzt worden, und der Rechenaufwand sei außerordentlich hoch gewesen. Der erste Prompt sei erst in den Tagen zuvor abgeschickt worden, nachdem Informationen über die Arbeit der beiden OpenAI erreicht hätten.

Zwei Vorschläge habe man ihm gemacht: eine gestaffelte Veröffentlichung oder ein Aufsatz, den er allein zeichnet und in dem er das interne Modell würdigt. Bubeck habe zweimal darauf gedrungen, Alpöge aus der Autorenschaft zu nehmen, weil dieser bei Anthropic arbeite. Buckmaster lehnte beides ab; auf seine Ankündigung, an die Öffentlichkeit zu gehen, sei die Frage „Why would you ruin your career?“ gefolgt.

Ob das Modell auf seinen Codex-Sitzungen trainiert worden sei – dort hatte er über das ganze Projekt hinweg sämtliche Entwürfe abgelegt –, sei unbeantwortet geblieben. Bubeck nannte die Vorwürfe auf X „false and inflammatory“ und erklärte, er sei akademischen Normen gefolgt, zunächst ohne auf die Einzelpunkte einzugehen. Gegenüber Scientific American sagte er, das Modell habe Euler mit gänzlich anderen Mitteln unabhängig gelöst; der Navier-Stokes-Beweis sei über das Wochenende entstanden und in Lean zertifiziert.

Am Abend des 8. September antwortete OpenAI auf X auf die Frage nach den Codex-Sitzungen: Weder Forscher noch Agenten hätten die Arbeit der beiden vor deren Veröffentlichung gesehen, bestimmte Nutzerdaten seien nicht herangezogen worden. Ausschließen lasse sich aber nicht, dass anonymisierte Daten aus der Produktnutzung die eigenen Modelle verbessert hätten.

Bubeck präzisierte kurz darauf, er habe nie verlangt, Alpöge aus dessen eigener Arbeit zu streichen; es sei um eine mögliche Neufassung des OpenAI-Aufsatzes gegangen, und für die Bemerkung über Buckmasters Karriere entschuldigte er sich. Sam Altman schrieb, Bubeck und alle Beteiligten hätten „with integrity and generosity throughout“ gehandelt; man habe zunächst geglaubt, das andere Team habe dasselbe Problem gelöst, eine gemeinsame Veröffentlichung angeboten und nach der Klärung den Vortritt.

Aktualisiert am 9. September 2026.