Die Frage stellte bei der regulären Pressekonferenz ein Reuters-Journalist: Amodei, Altman und Musk hätten am Wochenende gefordert, die Entwicklung an der Spitze zu drosseln, Amodei argumentiere dabei mit Sicherheitsrisiken eines chinesischen Vorsprungs für die USA. Guo antwortete in drei Sätzen. KI betreffe das Wohl der ganzen Menschheit; alle Seiten sollten gemeinsam eine offene und inklusive Entwicklung zum Nutzen aller fördern.
Deutlicher wurde die Global Times. In einem Meinungsbeitrag vom 13. September heißt es, Amodeis Text sei voller gegen China gerichteter Eindämmungsvorschläge und im Kern ein Drehbuch für einen Kalten Krieg in der KI-Branche. Eigentliches Ziel sei, Chinas KI-Entwicklung mit technischen Hürden und regulatorischen Monopolen zu bremsen und das Land aus der globalen KI-Ordnung auszuschließen.
Amodei schreibt im Essay, ein chinesischer KI-Vorsprung wäre eine ernste Gefahr für die USA und die Welt. Die Demokratien könnten nur so weit bremsen, wie der Vorsprung der US-Firmen reiche, sonst zögen mit der Kommunistischen Partei verbundene Projekte vorbei. Ein weltweit abgestimmtes Tempo erfordere die Zusammenarbeit mit China, dem autokratischen Land mit den mit Abstand weitesten KI-Fähigkeiten.
Unabhängig von der Debatte schrieb Chinas Minister für Staatssicherheit Chen Yixin am 13. September über KI-Risiken; laut Bloomberg entstand der Beitrag wahrscheinlich vor den jüngsten Aufrufen. Chen verweist darin auf Anthropics Mythos und OpenAIs GPT-5.5-Cyber als Belege, dass KI zunehmend Schwachstellen findet und Schadsoftware erzeugt. Zugleich fordert er mehr Forschung an fortgeschrittenen Chips und einen schnelleren Ausbau der KI-Infrastruktur.