Der offene GitHub-Report #28058 im Codex-Repository beschreibt den Vorgang als Regression und benennt die Ursache: Der am 5. Juni 2026 gemergte PR #26210 verschlüsselt die MultiAgentV2-Nachrichten. Betroffen sind die Operationen `spawn_agent`, `send_message` und `followup_task` – deren Auftragstext liegt seither als Chiffrat vor. Der Melder formuliert den Konflikt selbst abwägend: Der „encrypted delivery path is understandable as privacy hardening, but it also removes the human-readable task/message text from local rollout history, trace reduction, and parent-side audit/debug surfaces“. Vorgeschlagen wird ein Kompromiss: verschlüsselte Übertragung zum Kindmodell beibehalten, aber lesbare Begleitfelder für das lokale Protokoll ergänzen. Eine Antwort von OpenAI steht im Report bislang aus.
Nicht alle Varianten sind gleich betroffen: Bei den größeren GPT-5.6-Varianten Sol und Terra ist die Verschlüsselung laut The Decoder verpflichtend, bei GPT-5.5 war sie zeitweise erzwungen und wurde zurückgenommen, die kleinste Variante Luna bleibt unverschlüsselt. Zusätzlich berichten Entwickler von Entschlüsselungsfehlern zwischen den Agenten, die Läufe unzuverlässig machen.
Warum OpenAI verschlüsselt, ist offen – das Unternehmen äußert sich nicht dazu. In der Diskussion kursieren zwei Vermutungen: Schutz gegen das Abschöpfen der Agenten-Orchestrierung durch Wettbewerber (Distillation) oder schlicht die übliche Behandlung von Zwischenzuständen in der API. Beides ist unbelegte Spekulation und bleibt es, solange OpenAI schweigt.