Die Zahlen stehen in Marvells Pflichtmitteilung (Form 8-K) vom 19. August 2026. Vertragspartner ist „Google LLC“, die zugrunde liegende Vereinbarung datiert vom 29. Juli 2026. Der Optionsschein umfasst „58,970,907 shares of common stock“ zu einem Ausübungspreis von „$206.58 per share“ und läuft bis zum 18. August 2033. Bei vollständiger Ausübung entspräche das rund 12,2 Milliarden Dollar. Frei werden die Aktien in zwei Stufen: 1.360.867 Stück zeitbasiert in gleichen Quartalsraten im ersten Vertragsjahr, der weitaus größere Rest in „240 equal tranches“ – „one tranche vesting for each $500 million in Custom Products revenue“, gemessen vom dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2033.
Daraus ergibt sich die kursierende 120-Milliarden-Zahl: 240 Tranchen à 500 Millionen Dollar. Sie beziffert nicht, was Google zu kaufen verspricht, sondern wie viel Umsatz Marvell aus diesem Geschäft erlösen müsste, damit Google den Optionsschein vollständig ausüben darf. Deutschsprachige Berichterstattung hat das teils als Auftragsvolumen von „mindestens 120 Milliarden US-Dollar“ dargestellt – die Primärquelle trägt diese Lesart nicht. Der Markt reagierte deutlich: Die Marvell-Aktie schloss laut The Next Web rund 8 Prozent im Plus, zwischenzeitlich lag sie bis zu 14 Prozent vorn.
Inhaltlich geht es um mehr als einen Beschleuniger. Marvell soll kundenspezifische Halbleiter liefern, die sich an Googles TPU-Ökosystem anschließen: „AI inference accelerators, storage controllers, network interface controllers, memory interface controllers, and near-memory compute“. Google baut damit den zweiten Zulieferer neben seinen bisherigen Partnern auf – und bezahlt einen Teil davon nicht in Geld, sondern in einer Beteiligung am Zulieferer selbst. Bloombergs Einordnung: Bei vollständiger Ausübung wäre Google fünftgrößter Anteilseigner von Marvell.