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Hugging Face lotet den eigenen Verkauf aus – 13 Milliarden Dollar oder mehr, und eine Bank sondiert die Bieter

Business Insider berichtete am 23. August 2026, Hugging Face prüfe einen Verkauf; Reuters übernahm die Meldung noch am selben Tag: Das New Yorker Unternehmen arbeite mit einer Bank zusammen, um das Interesse möglicher Bieter auszuloten, bei einer Bewertung von „$13 billion or more“. Einen Bieter nennt keine Fassung, ein Abschluss steht nicht fest, Hugging Face antwortete Reuters zunächst nicht. Zum Vergleich: In der Runde von 2023 – angeführt unter anderem von Salesforce, Google und Nvidia – lag die Bewertung bei 4,5 Milliarden Dollar.

Was belegt ist, ist schmal und stammt aus zweiter Hand. Business Insider berichtete am 23. August 2026 zuerst, Reuters übernahm am selben Tag und formuliert: „AI startup Hugging Face has been exploring a sale that could value the company at $13 billion or more.“ Zum Verfahren heißt es dort, das New Yorker Unternehmen habe „been working with a bank to gauge bidders’ interest“. Einen Interessenten nennt keine der Fassungen; SiliconANGLE hält ausdrücklich fest: „no bidder was named in the report“. Eine Stellungnahme gibt es nicht – Hugging Face „did not immediately respond to a Reuters request for comment outside regular business hours“. Die Bloomberg-Meldung zum selben Bericht ist für uns hinter der Bezahlschranke, der Business-Insider-Text nicht abrufbar; wir stützen uns deshalb auf die Agenturfassung und zwei weitere selbst geöffnete Aufgriffe.

Die Vergleichsgröße liefert Reuters gleich mit: „Hugging Face was valued at $4.5 billion in 2023 in a funding round led by technology heavyweights including Salesforce, Alphabet’s Google, and Nvidia.“ Die kolportierten 13 Milliarden wären also knapp das Dreifache der letzten bekannten Bewertung – und sie stehen im Raum, ohne dass eine neue Finanzierungsrunde dazwischenläge.

Der Nvidia-Vorgang gehört in dieselbe Akte, weil er die Begründung liefert, die jetzt zur Debatte steht. Nach einem Bericht der Financial Times lehnte Hugging Face Ende 2025 ein Investitionsangebot von Nvidia über 500 Millionen Dollar ab, das die Firma mit 7 Milliarden bewertet hätte; das Referat gibt als Begründung wörtlich wieder, „the company said it does not want a single dominant investor that could sway decisions“. Das Angebot lag demnach über allem, was Hugging Face seit der Gründung insgesamt eingesammelt hatte. Wer eine Beteiligung ausschlägt, um unabhängig von einem Chiphersteller zu bleiben, und acht Monate später den Gesamtverkauf sondiert, verschiebt genau diese Frage – nur an einen dann unbekannten Eigentümer.

Zu den Geschäftszahlen halten sich die englischsprachigen Aufgriffe zurück: SiliconANGLE vermerkt, Umsatzzahlen seien nicht offengelegt, Reuters nennt keine. Nur die deutsche Rezeption von heise führt welche an, und wir kennzeichnen sie deshalb als Einzelangabe: „Im Juni 2026 lag der Umsatz nach Angaben von CEO Clément Delangue erstmals bei einer hochgerechneten Jahresrate von mehr als 100 Millionen US-Dollar“, außerdem sei „Hugging Face im Jahr 2025 profitabel gewesen“. ⚠️ Bei der Plattformgröße weichen die Aufgriffe voneinander ab: heise nennt für 2025 „rund 13 Millionen Nutzer und mehr als 500.000 öffentliche Datensätze“ sowie „mehr als drei Millionen Modelle“, SiliconANGLE dagegen über eine Million Datensätze bei rund drei Millionen Modellen. Die Modellzahl deckt sich, die Datensatzzahl nicht – wir dokumentieren die Differenz, ohne sie aufzulösen.

Einordnung für die Praxis: Solange nur sondiert wird, ändert sich technisch nichts – Repositories, Lizenzen und Downloads laufen weiter. Relevant wird die Meldung, falls ein Käufer auftaucht, der zugleich Modelle oder Beschleuniger verkauft; dann steht die Neutralitätsfrage anders als heute. Wer heute schon davon abhängt, sollte weniger auf den Preis schauen als darauf, wie ersetzbar der eigene Bezugsweg wäre: Spiegel der eigenen Gewichte, eigene Registry, dokumentierte Lizenzlage.