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IAB: Kein Beschäftigungseinbruch in KI-exponierten Berufen

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) findet in einer am 13. Oktober 2026 veröffentlichten Auswertung deutscher Beschäftigtendaten keinen Einbruch in stark KI-exponierten Berufen. Dort lag die Vollzeitbeschäftigung 2025 rund 1 Prozent über 2022, in weniger exponierten Berufen gut 3 Prozent darunter. Nur bei 20- bis 29-Jährigen zeigt sich ein leicht negativer, nicht signifikanter Zusammenhang.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 14. Oktober 2026

Melanie Arntz, Michele Dinelli und Oliver Schlenker haben die Auswertung im IAB-Forum veröffentlicht. Grundlage sind monatliche Verwaltungsdaten zu rund 22,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten. Als KI-Exposition gilt nach einem Maß von Tyna Eloundou und Kollegen der Anteil beruflicher Tätigkeiten, den Sprachmodelle oder darauf aufbauende Software deutlich beschleunigen könnten. Besonders hoch ist er in Unternehmensorganisation, Rechnungswesen, Recht, Medien und Informatik.

Insgesamt ging die Vollzeitbeschäftigung von 2022 bis 2025 leicht zurück, bei den 20- bis 29-Jährigen um rund 3 Prozent. Bei Beschäftigten ab 30 Jahren wuchs die Zahl in KI-exponierten Berufen um rund 2 Prozent. Ihr Vorsprung gegenüber weniger exponierten Berufen betrug bei 30- bis 39-Jährigen fast 6, bei 40- bis 64-Jährigen rund 5 Prozentpunkte. Bei den Jüngsten kehrt sich das um: minus 3,8 Prozent in stark, minus 2,6 Prozent in weniger exponierten Berufen.

Die Autoren rechnen Homeoffice-Eignung und Konjunkturanfälligkeit der Berufe heraus. Danach ging 2025 bei 20- bis 29-Jährigen eine um eine Standardabweichung höhere KI-Exposition mit einer um geschätzt 1,8 Prozent ungünstigeren Beschäftigung einher. Der Zusammenhang wächst seit 2022, ist aber statistisch nicht signifikant. Stärker wirkt die Wirtschaftsflaute: In Berufen schwächelnder Sektoren sank die Beschäftigung Junger um 4,2 Prozent.

Signifikant negativ ist der Zusammenhang nur im verarbeitenden Gewerbe und in nichtakademischen Berufen, nicht im Dienstleistungssektor und bei akademischen Berufen. Für die USA hatte eine Stanford-Studie um Erik Brynjolfsson bei 22- bis 25-Jährigen in stark exponierten Berufen einen um 19 Prozent stärkeren Rückgang gemessen. Die deutsche Auswertung erfasst nur Vollzeitstellen und reicht bis Ende 2025.