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Studie: Sechs von neun KI-Chatbots reichen Chatdaten an Tracker weiter

Forschende des IMDEA Networks Institute in Madrid haben die Web- und Android-Versionen von neun Chatbots untersucht, darunter ChatGPT, Claude, Gemini und Grok. Sechs Webversionen schickten Chat-Links, automatisch erzeugte Gesprächstitel, Prompts oder Screenshots an Werbe- und Analysedienste, oft zusammen mit Nutzerkennungen. Die Studie ist für die Datenschutzkonferenz PETS 2027 angenommen.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 6. Oktober 2026

Gemessen wurde im Mai 2026 von Spanien aus, mit eigenen Testkonten und einem festen Prompt, in Gast-, Gratis- und Bezahlzugängen sowie mit angenommenen und abgelehnten Cookies. Untersucht wurden außerdem DeepSeek, Perplexity, Microsoft Copilot, Mistrals Le Chat und Meta AI. Jeder der neun Dienste bindet mindestens einen Werbe- oder Trackingdienst ein; insgesamt zählten die Autoren 44 Drittfirmen.

Am weitesten geht laut Studie Grok: Sieben Drittdienste, darunter Meta, TikTok und Google Ads, erhielten Chat-Link und Titel – allerdings erst, nachdem Nutzer nicht notwendige Cookies akzeptiert hatten. Beim Aufruf eines geteilten Gesprächs gingen der letzte Prompt an Meta und TikTok, an TikTok zusätzlich ein Screenshot. Gemini meldete Gesprächstitel an Google Analytics, Le Chat an den Support-Dienst Intercom. ChatGPT und Claude übermittelten Gesprächskennungen an den Überwachungsdienst Datadog, aus denen sich der Chat-Link rekonstruieren lässt.

Cookies abzulehnen hilft nur teilweise: In vier der neun Dienste sammelten Tracker auch danach Daten. Bei Claude verhinderte die Ablehnung den Meta-Pixel, die Datadog-Telemetrie und eine serverseitige Weitergabe an elf Werbeplattformen. Zwischen Gratis- und Bezahltarifen fanden die Forschenden keine klaren Unterschiede.

Bei Grok waren Chat-Links von Gratis- und Bezahlkonten standardmäßig ohne Anmeldung lesbar, bei Perplexity Gespräche im Gastzugang immer. In Grok-Gesprächen platzierte Kontroll-Links wurden über Stunden bis Tage 70-mal von 70 IP-Adressen aus 14 Ländern aufgerufen. xAI wurde am 17. April 2026 informiert; laut Studie waren die Links am 10. September weiter öffentlich.

Die Messung bildet den Stand vom Frühjahr ab: Perplexity schickt Chat-Links laut Studie seit dem 3. April nicht mehr an Tracker wie Meta. Ob die Empfänger die Daten auswerten, kann die Methode nicht zeigen. Die Autoren werten die meisten Befunde als bewusste Produktentscheidungen, nicht als ausnutzbare Sicherheitslücken; einzige Ausnahme sei Grok.