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KI-Monitor 2026: Gerade wer sich mit KI gut auskennt, rechnet damit, dass sie die eigene Arbeit übernimmt

Die TU Darmstadt hat am 28. August 2026 den KI-Monitor 2026 veröffentlicht — eine mit YouGov erhobene, repräsentative Befragung von mehr als 2.000 Menschen. Kernbefund: „Knapp die Hälfte der Menschen (rund 43 Prozent) mit sehr gutem KI-Know-how rechnet demnach damit, dass KI demnächst ihre Arbeit übernehmen könnte.“ Zugleich haben nur 15 Prozent der Befragten je an einer KI-Weiterbildung teilgenommen, und eine künftige Superintelligenz halten nur vier von zehn für wahrscheinlich. Gegenüber 2025 stieg die Sorge „in allen Arbeitsgruppen“.

Die Zahlen im Wortlaut der Hochschulmeldung: „Knapp die Hälfte der Menschen (rund 43 Prozent) mit sehr gutem KI-Know-how rechnet demnach damit, dass KI demnächst ihre Arbeit übernehmen könnte.“ — „Nur 15 Prozent der Befragten haben bislang an einer KI-Weiterbildung teilgenommen.“ — „Eine künftige Superintelligenz halten dagegen nur vier von zehn Teilnehmenden für wahrscheinlich.“ Zur Entwicklung heißt es: „Insgesamt stieg diese Besorgnis im Vergleich zu 2025 in allen Arbeitsgruppen.“

Die Einordnung des Projektleiters. Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, nennt den Kernbefund „ein bemerkenswertes und gleichzeitig beunruhigendes Ergebnis“ und begründet ihn so: „Wer KI am besten versteht, erkennt auch am deutlichsten ihre Sprengkraft.“ Dass die Betroffenheit ungleich verteilt ist, führt die Mitteilung an Berufsbildern vor: „Anwälte, Softwareentwicklung, Social-Media-Experten sind eben viel stärker von der GenAI-Revolution betroffen als Handwerker oder Krankenschwestern“ — „Das gilt für die meisten Branchen und ist auch nachvollziehbar“, so Buxmann.

⚠️ Was die Kurzfassung offenlässt. Erhebungszeitraum, Altersgrenze der Stichprobe, der genaue Fragewortlaut und vor allem die Definition von „sehr gutem KI-Know-how“ stehen weder in der Meldung der TU Darmstadt noch in der syndizierten Pressemitteilung. Ohne diese Definition ist die 43-Prozent-Zahl nicht auf eine klar umrissene Gruppe zu beziehen. Der vollständige Bericht liegt als PDF vor; er überschreitet unser Abruflimit und wurde von uns nicht gelesen — wir führen die Zahlen deshalb ausdrücklich als Angaben der Kurzfassung.

Zum Bestand. Die Befragung misst Wahrnehmung, nicht Beschäftigung. Zwei unserer bestehenden Depeschen messen die andere Seite: Die Bundesregierung fand in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage keinen systematischen, KI-bedingten Beschäftigungsabbau, und die ifo-Umfrage zu Berufseinsteigern zielt auf Löhne statt auf Stellen. Wer beides nebeneinanderlegt, sieht die eigentliche Spannung dieses Jahres: Die Erwartung läuft der messbaren Veränderung voraus.