Die Kernzahlen des Quartals (1. April bis 30. Juni 2026) aus der Mitteilung: 90,0 Milliarden Dollar Umsatz (plus 18 Prozent), 40,6 Milliarden Dollar Betriebsergebnis (plus 18 Prozent), 35,8 Milliarden Dollar Nettogewinn (plus 31 Prozent) und 4,81 Dollar verwässerter Gewinn je Aktie (plus 32 Prozent). Nach Segmenten: Productivity and Business Processes 37,8 Milliarden (plus 14 Prozent), Intelligent Cloud 39,3 Milliarden (plus 32 Prozent), More Personal Computing 12,9 Milliarden (minus 4 Prozent). Der Microsoft-Cloud-Umsatz liegt bei 59,3 Milliarden Dollar (plus 27 Prozent), Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen um 43 Prozent. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 stehen 331,8 Milliarden Dollar Umsatz und 133,7 Milliarden Dollar Nettogewinn.
Zur Größenordnung der Wetten: Die Sachinvestitionen (additions to property and equipment) betrugen im Quartal 35,8 Milliarden und im Geschäftsjahr 115,9 Milliarden Dollar; der kommerzielle Auftragsbestand liegt bei 678 Milliarden Dollar, ein Plus von 84 Prozent. ComputerBase entnimmt der Berichterstattung zum Earnings Call 31 neu in Betrieb genommene Rechenzentren auf fünf Kontinenten. Die Börse honorierte das: Die Aktie sprang nachbörslich um mehr als 9 Prozent und notierte später rund 8 Prozent im Plus. Für das laufende Quartal stellt Microsoft 89,85 bis 90,95 Milliarden Dollar Umsatz und ein Azure-Wachstum von 45 Prozent in Aussicht.
Die Copilot-Zahlen – sämtlich Microsoft-Selbstauskunft – sind das Produktargument dahinter: mehr als 30 Millionen bezahlte Microsoft-365-Copilot-Lizenzen; die Zahl der Gespräche je Copilot-Nutzer hat sich laut Nadella binnen eines Jahres nahezu verdoppelt, die wöchentliche Nutzung bewege sich auf einem Niveau mit Outlook und Teams. Der Copilot-Umsatz sei gegenüber dem Vorquartal um 60 Prozent gestiegen. Für die Agenten-Verwaltung Agent 365 nennt Microsoft zwei Monate nach Einführung fast 40 Millionen registrierte Agenten bei mehr als 10.000 Unternehmen. Unabhängig geprüft ist keine dieser Zahlen.
Der für uns interessanteste Posten steht bei den Sonderfaktoren. Microsoft schreibt von „a $3.2 billion gain from our investment in Anthropic“ – ein Buchgewinn aus der Beteiligung, die der Konzern laut TechCrunch im November 2025 mit 5 Milliarden Dollar einging, flankiert von Anthropics Zusage, Azure-Leistungen im Wert von 30 Milliarden Dollar abzunehmen. TechCrunch beziffert die Wirkung auf 33 Cent je Aktie.
Bei der OpenAI-Beteiligung weichen Primärquelle und Rezeption voneinander ab, und wir lösen das nicht auf, sondern legen es offen. Microsofts Mitteilung nennt für das vierte Quartal „net gains from investments in OpenAI, which resulted in an increase in net income and diluted earnings per share of $480 million and $0.07, respectively“ und für das volle Geschäftsjahr 4.963 Millionen Dollar beziehungsweise 0,67 Dollar je Aktie; im Vorjahreszeitraum standen dort Verluste (1.575 Millionen und 0,21 Dollar im Quartal, 3.620 Millionen und 0,49 Dollar im Geschäftsjahr). TechCrunch liest das Quartal gegenteilig und berichtet von einer Abschreibung um rund 600 Millionen Dollar, die den Gewinn je Aktie um etwa 7 Cent gedrückt habe. Die Jahresangabe (0,67 Dollar) stimmt in beiden Darstellungen überein, das Vorzeichen im Quartal nicht. Wir folgen für die Quartalszahl der Primärquelle und kennzeichnen den Widerspruch.