Die App besteht aus mehreren Komponenten, die sich gegenseitig an ihrer digitalen Signatur erkennen. Geprüft wird dabei auch, von welchem Eltern- und Großelternprozess eine Anfrage stammt. Laut Wardle nahm jedoch ein vertrauenswürdiger Bestandteil, ein Skript-Interpreter, fremde Skripte an und reichte sie an den ChatGPT-Hauptprozess weiter. Der Schadcode musste den Interpreter nur dreimal starten, um alle Prüfungen zu bestehen; sein Proof of Concept umfasste laut Wired rund ein Dutzend Codezeilen.
Über die Lücke ließ sich nicht nur der Verlauf auslesen: ChatGPT führte dann auch Befehle des Angreifers aus, etwa im Browser oder in anderen Programmen, und diese wirkten wie Anweisungen der OpenAI-Software. OpenAI führt den Fehler im Changelog als CVE-2026-100754 und dankt Wardle. Gegenüber Wired sagte ein OpenAI-Sprecher, das Unternehmen müsse bei der Sicherheit schneller werden.
Wardle hat OpenAI nach eigenen Angaben bereits eine weitere Lücke gemeldet, die die Verbindung von ChatGPT mit dem Dauer-Assistenten Dots betrifft; OpenAI prüft den Bericht noch. Seine Analysen mehrerer KI-Apps für macOS will er im November auf der Konferenz Objective by the Sea vorstellen.