Alle Depeschen

DepescheWerkzeugeneu

OpenAI stellt die Codex-Security-CLI unter Apache 2.0 – offen ist der Client, nicht die Fähigkeit

OpenAI hat am 29. Juli 2026 die Kommandozeile und das TypeScript-SDK von Codex Security unter der Apache-2.0-Lizenz auf GitHub veröffentlicht – nach Darstellung der Fachpresse ohne förmliche Ankündigung, das Repository wurde zuerst auf Hacker News entdeckt. Das Werkzeug scannt Repositories auf Schwachstellen, verifiziert Fixes über mehrere Läufe hinweg und lässt sich als Prüfschritt in CI/CD-Pipelines einhängen. Intern lief das System zuvor unter dem Namen „Aardvark“; laut OpenAI half es bis April 2026 dabei, mehr als 3.000 kritische Schwachstellen zu beheben. Der offengelegte Teil ist allerdings nur der Client: Der Scan selbst läuft weiterhin gegen den zugangsbeschränkten Codex-Security-Dienst.

Was im Repository liegt: „SDKs and CLI for Codex Security“, Lizenz Apache-2.0. Installiert wird über npm (`@openai/codex-security`), vorausgesetzt sind Node.js 22 oder neuer und Python 3.10 oder neuer; der Einstieg ist ein `npx codex-security scan .` gegen ein Repository. Angemeldet wird sich wahlweise über ein ChatGPT-Konto oder über die Umgebungsvariable `OPENAI_API_KEY`. Der Funktionsumfang deckt Voll-Scans eines Repositories, gezielte Pfad-Prüfungen, das Scannen von Pull-Request-Diffs, eine Historie über mehrere Läufe, strukturierte Ausgaben zur Weiterverarbeitung und die Einbindung als CI-Prüfschritt ab.

Der Zugang ist der Haken. Die Dokumentation hält fest, dass das Werkzeug „in beta“ ist und Zugang zum Dienst voraussetzt; je nach Konto und Repository kann für Scans zusätzlich „Trusted Access for Cyber“ nötig sein. Angegeben wird außerdem, dass die Abdeckung eines Laufs als „complete“, „partial“ oder „unknown“ ausgewiesen wird – das Werkzeug behauptet also nicht, jede Datei gesehen zu haben. Für den Betrieb gibt es einen Pre-Commit-Hook (`install-hook`), Bulk-Scans mit konfigurierbarer Parallelität, ein Docker-Setup und Schwellenwerte, ab welcher Schwere ein CI-Lauf rot wird; ein Kostendeckel (`--max-cost`) begrenzt den Verbrauch, wobei bereits laufende Anfragen ihn überschreiten dürfen.

Zur Vorgeschichte: Codex Security startete im März 2026 als Research Preview für ChatGPT-Enterprise-, -Business- und -Edu-Kunden, intern unter dem Namen „Aardvark“. Es ist derselbe Baustein, den OpenAI am 22. Juni 2026 im Rahmen seines Cybersicherheits-Programms Daybreak ausbaute – damals mit den Anbieterangaben, seit dem Start über 30 Millionen Commits in mehr als 30.000 Codebasen gescannt und über 70.000 Funde als behoben markiert zu haben. Die jetzt kolportierte Zahl „mehr als 3.000 kritische Schwachstellen bis April 2026“ ist der engere Ausschnitt derselben Selbstauskunft, nicht ein Widerspruch dazu.

Zur Beleglage: Wir haben das GitHub-Repository und die offizielle Dokumentation selbst geöffnet; Lizenz, Installationsweg, Voraussetzungen, Beta-Status und Zugangsbeschränkung sind dort belegt. Die Umstände der Veröffentlichung (kein förmliches Announcement, Entdeckung über Hacker News) und die Aardvark-Vorgeschichte samt 3.000er-Zahl stammen aus der Rezeption von The Decoder und sind Anbieterangaben in zweiter Hand.