Die Zeitachse, wie OpenAI sie selbst zieht: Der Test startete im Februar 2026 in den USA für Nutzer der Stufen Free und Go. Es folgten Pilotläufe in Kanada, Australien und Neuseeland. Mit dem Update vom 11. August 2026 kommen das Vereinigte Königreich, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea hinzu; weitere Länder sollen im Lauf des Jahres folgen. Werbefrei bleiben die Stufen Plus, Pro, Business, Enterprise und Education – Anzeigen sehen also die Gratisstufe und die günstigste Bezahlstufe. heise beziffert den Preis von ChatGPT Go mit 8 Euro im Monat.
Wie eine Anzeige zustande kommt, beschreiben beide von uns geöffneten Rezeptionen übereinstimmend mit drei Signalen. In der englischsprachigen Wiedergabe lautet die Formulierung, OpenAI entscheide „by matching advertiser-submitted ads with the topic of the conversation, past chats, and past interactions with ads“; die deutschsprachige Fassung bei heise gibt denselben Satz als Abgleich „mit dem Thema deiner Konversation, deinen früheren Chats und früheren Interaktionen mit Anzeigen“ wieder. Kommen mehrere Werbetreibende infrage, wählt OpenAI nach eigener Darstellung den relevantesten. Ausgeschlossen sein sollen Anzeigen in der Nähe sensibler oder regulierter Themen, „such as health, mental health, or politics“.
An Steuerungsmöglichkeiten nennt die Ankündigung: Anzeigen ausblenden, Rückmeldung geben, sich anzeigen lassen, warum eine Anzeige erschien, die Anzeigen-Daten löschen und die Personalisierung verwalten; dazu eine Verlaufsansicht, die gesehene Anzeigen mit Zeitstempel und Markennamen auflistet. Zur Datenweitergabe stellt OpenAI fest, Werbetreibende hätten keinen Zugriff auf Chats, Chatverlauf, Erinnerungen oder persönliche Angaben und erhielten nur zusammengefasste Werte wie die Zahl der Einblendungen oder Klicks; Anzeigen sollen die Antworten von ChatGPT nicht beeinflussen und als gesponsert gekennzeichnet sowie sichtbar vom Antworttext getrennt sein.
Einordnung in den Rechtsrahmen, ohne Kausalbehauptung: Unter den bislang genannten neun Testmärkten – USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Vereinigtes Königreich, Mexiko, Brasilien, Japan, Südkorea – ist kein EU-Mitgliedstaat. Parallel dazu will die EU-Kommission ChatGPT nach einem Bloomberg-Bericht vom 29. Juli 2026 als sehr große Plattform unter dem Digitale-Dienste-Gesetz einstufen; zu den Pflichten, die vier Monate nach Zustellung greifen, gehört ausdrücklich Transparenz über Werbung und Empfehlungssysteme. Ob das eine mit dem anderen zusammenhängt, sagt keine unserer Quellen – wir halten nur beides nebeneinander fest.
⚠️ Zur Beleglage: Primärquelle ist OpenAIs eigene Seite „Testing ads in ChatGPT“. Sie ist für unser Abrufwerkzeug gesperrt (HTTP 403) – wie openai.com generell –, ist aber kein toter Link, sondern von beiden Rezeptionen als Ursprung benannt; wir führen die URL deshalb weiter im Beleg und stützen die Aussagen auf zwei unabhängige Wiedergaben (heise online, deutschsprachig; gHacks, englischsprachig), die in Ländern, Tarifen, Auswahlsignalen und Ausschlüssen deckungsgleich sind. Zu beachten: Beide referieren dieselbe Anbieter-Ankündigung, sind also inhaltlich ein Beleg und keine unabhängige Bestätigung des Verhaltens. Nicht übernommen haben wir die von heise ergänzten OpenAI-Finanzzahlen zum ersten Quartal – sie gehören zu einem anderen Strang und sind von uns nicht eigenständig geprüft.