Der Brief erschien als Gastbeitrag von Ben Green im Blog von Terence Tao. Tao unterstützt ihn, konnte aber nicht unterzeichnen: Er arbeitet in mehreren Kooperationen mit der KI-Industrie. Die Unterzeichner betonen im ersten Absatz, keiner von ihnen habe eine nennenswerte Verbindung zu KI-Unternehmen.
Eine Fußnote präzisiert, was das heißt: Die meisten nutzen KI-Werkzeuge, viele haben kostenlosen Zugang zu den führenden Modellen erhalten, einige haben informelle, unbezahlte Kontakte zu Mathematikern in KI-Firmen. Unter den 42 Unterzeichnern sind die Fields-Medaillen-Träger Martin Hairer, Peter Scholze und Wendelin Werner.
Die zentrale Behauptung betrifft das Tempo: In den vergangenen drei Monaten hätten die führenden Modelle mehrere offene Fragen an der Forschungsfront gelöst, darunter eines der sieben Millennium-Probleme. Gemeint ist das Navier-Stokes-Problem, für das OpenAI am 8. September 2026 einen Beweis samt Lean-Zertifikaten vorlegte.
Ähnlich stark seien die Systeme vermutlich in anderen technischen Feldern; der Brief nennt Cybersicherheit, autonome Waffensteuerung, biologische und chemische Kampfstoffe sowie gezielte Desinformation. Für die Risikoeinschätzung berufen sich die Unterzeichner nicht auf eigene Rechnungen, sondern auf frühere Beschäftigte großer KI-Firmen, die die Wahrscheinlichkeit menschlicher Auslöschung im kommenden Jahrzehnt auf bis zu zehn Prozent beziffern.
Eine zweite Fußnote schränkt ein: Die genaue Methodik hinter der Navier-Stokes-Lösung sei nicht bekannt, und die Aussagen bezögen sich auf die öffentlich verfügbaren Modelle wie ChatGPT6-Astra. Laut Times Higher Education ist die Zahl der Unterzeichner seit der Veröffentlichung auf fast 200 Forschende gestiegen; eine Antwort der Royal Society berichtet das Blatt nicht.