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42 Mathematiker nennen das KI-Tempo einen Notfall

42 mathematische Fellows und ausländische Mitglieder der Royal Society haben am 16. September 2026 einen offenen Brief an deren Präsidenten Paul Nurse veröffentlicht. Sie nennen die Lage einen Notfall und fordern die Akademie auf, diese Einschätzung gegenüber Regierung und Medien zu vertreten.

Der Brief erschien als Gastbeitrag von Ben Green im Blog von Terence Tao. Tao unterstützt ihn, konnte aber nicht unterzeichnen: Er arbeitet in mehreren Kooperationen mit der KI-Industrie. Die Unterzeichner betonen im ersten Absatz, keiner von ihnen habe eine nennenswerte Verbindung zu KI-Unternehmen.

Eine Fußnote präzisiert, was das heißt: Die meisten nutzen KI-Werkzeuge, viele haben kostenlosen Zugang zu den führenden Modellen erhalten, einige haben informelle, unbezahlte Kontakte zu Mathematikern in KI-Firmen. Unter den 42 Unterzeichnern sind die Fields-Medaillen-Träger Martin Hairer, Peter Scholze und Wendelin Werner.

Die zentrale Behauptung betrifft das Tempo: In den vergangenen drei Monaten hätten die führenden Modelle mehrere offene Fragen an der Forschungsfront gelöst, darunter eines der sieben Millennium-Probleme. Gemeint ist das Navier-Stokes-Problem, für das OpenAI am 8. September 2026 einen Beweis samt Lean-Zertifikaten vorlegte.

Ähnlich stark seien die Systeme vermutlich in anderen technischen Feldern; der Brief nennt Cybersicherheit, autonome Waffensteuerung, biologische und chemische Kampfstoffe sowie gezielte Desinformation. Für die Risikoeinschätzung berufen sich die Unterzeichner nicht auf eigene Rechnungen, sondern auf frühere Beschäftigte großer KI-Firmen, die die Wahrscheinlichkeit menschlicher Auslöschung im kommenden Jahrzehnt auf bis zu zehn Prozent beziffern.

Eine zweite Fußnote schränkt ein: Die genaue Methodik hinter der Navier-Stokes-Lösung sei nicht bekannt, und die Aussagen bezögen sich auf die öffentlich verfügbaren Modelle wie ChatGPT6-Astra. Laut Times Higher Education ist die Zahl der Unterzeichner seit der Veröffentlichung auf fast 200 Forschende gestiegen; eine Antwort der Royal Society berichtet das Blatt nicht.