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Kehrtwende: USA geben Anthropics Mythos 5 für über 100 „vertrauenswürdige Partner“ frei

Zwei Wochen nach der erzwungenen Abschaltung hat das US-Handelsministerium am 26. Juni 2026 Anthropics Modell Claude Mythos 5 wieder freigegeben – allerdings nur für einen geschlossenen Kreis von über 100 staatlich gelisteten Unternehmen und Behörden. Handelsminister Howard Lutnick erklärte per Brief an Anthropic, es seien „angemessene Schutzvorkehrungen“ getroffen, um „bestimmten vertrauenswürdigen Partnern“ Zugang zu gewähren. Das schwächere Modell Fable 5 bleibt vorerst gesperrt.

Am Freitag, dem 26. Juni 2026, autorisierte das US-Handelsministerium Anthropic, sein cybersicherheits-fähiges Modell Claude Mythos 5 wieder auszuliefern – beschränkt auf über 100 namentlich gelistete US-Institutionen, darunter zahlreiche Fortune-500-Unternehmen und Bundesbehörden. In einem Brief an Anthropics Chief Compute Officer Tom Brown schrieb Handelsminister Howard Lutnick: „Ich habe festgestellt, dass angemessene Schutzvorkehrungen getroffen sind, um bestimmten vertrauenswürdigen Partnern Zugang zum Claude-Mythos-5-Modell zu gewähren.“ Für die in einem „Annex A“ aufgeführten Empfänger ist keine Exportlizenz mehr erforderlich.

Die Freigabe kehrt den schärfsten Punkt der ursprünglichen Sperre um: Auch ausländische Beschäftigte der autorisierten Organisationen sowie Anthropics eigene internationale Mitarbeiter dürfen Mythos 5 wieder nutzen – exakt das war zuvor untersagt. Anthropic verpflichtete sich im Gegenzug, mit der Regierung an „Protokollen, Standards und Releases“ weiterzuarbeiten. Mythos 5 gilt als Anthropics stärkstes Cybersicherheits-Modell; die Wiederfreigabe zielt erklärtermaßen auf einen kleinen Kreis von Cyber-Verteidigern und Betreibern kritischer Infrastruktur.

Das ebenfalls gesperrte, schwächere Modell Fable 5 bleibt von der Anordnung ausgenommen – der Brief schweigt dazu. Anthropic verwies auf laufende Bemühungen, auch Fable 5 wieder breiter verfügbar zu machen; ein Zeitplan steht laut Berichten nicht fest. Damit bleibt offen, ob die zuvor kolportierte Bedingung – Anthropic müsse „sämtliche Jailbreaks“ blockieren, von Fachleuten als technisch unerfüllbar kritisiert (siehe verwandte Depesche) – für Fable je erfüllt werden kann.

Einordnung: Hintergrund der ursprünglichen Sperre Mitte Juni waren Warnungen von Amazon und anderen, die Modelle ließen sich „jailbreaken“ und über südkoreanische Partner für chinesischen Zugriff missbrauchen. Die jetzige Lösung – Zugang per behördlicher Namensliste statt offener Veröffentlichung – ist für ein kommerziell vertriebenes Frontier-Modell ungewöhnlich und dürfte zum Präzedenzfall werden. Die Eckdaten sind über mehrere unabhängige Quellen (u. a. TechCrunch, Semafor, Bloomberg, CNN) belegt; der Wortlaut des Lutnick-Briefs stammt aus der Berichterstattung, das Originaldokument ist nicht öffentlich.