EU prüft Folgen der Fable-/Mythos-Sperre – Forscher streiten über einen „Airbus-Moment“
Nach der von Washington erzwungenen weltweiten Abschaltung von Anthropics Fable 5 und Mythos 5 prüft die EU-Kommission die Folgen; ein Sprecher mahnt, solche Schritte dürften Partner „nicht diskriminieren“. Europäische Forscher streiten, ob Europa eigene Foundation-Modelle bauen („Airbus-Moment“) oder den Zugang vertraglich absichern soll.
Die EU-Kommission bewertet die praktischen Folgen der US-Anordnung, die Anthropic zwang, Fable 5 und Mythos 5 weltweit abzuschalten – auch für eigene Beschäftigte außerhalb der USA. Ein Kommissionssprecher betonte, Exportmaßnahmen dürften „nicht diskriminierend gegenüber Partnern“ sein.
Unter europäischen Forschern verlaufen zwei Linien. Das eine Lager – darunter Gitta Kutyniok (LMU München) und Konrad Rieck (TU Berlin) – fordert einen „Airbus-Moment“: gemeinsame, ambitionierte europäische Investitionen in Foundation-Modelle, Chipdesign und energieeffizientes Rechnen, weil US-Modelle „jederzeit abgeschaltet“ werden könnten. Das andere Lager – etwa Paul Röttger (Oxford Internet Institute) – hält eigene Spitzenkonkurrenz für unrealistisch und plädiert dafür, den Zugang vertraglich und handelspolitisch abzusichern.
Beim Eigenausbau fehlt es laut den zitierten Forschern (u. a. Thorsten Holz, Max-Planck-Institut; Jonas Geiping, ELLIS Institut Tübingen) vor allem an Rechenleistung und Kapital. Die Meldung schließt an unsere Berichte zur US-Exportkontrolle und zum Protest der IT-Sicherheits-Community an.