Die EU-Kommission bewertet die praktischen Folgen der US-Anordnung, die Anthropic zwang, Fable 5 und Mythos 5 weltweit abzuschalten – auch für eigene Beschäftigte außerhalb der USA. Ein Kommissionssprecher betonte, Exportmaßnahmen dürften „nicht diskriminierend gegenüber Partnern“ sein.
Unter europäischen Forschern verlaufen zwei Linien. Das eine Lager – darunter Gitta Kutyniok (LMU München) und Konrad Rieck (TU Berlin) – fordert einen „Airbus-Moment“: gemeinsame, ambitionierte europäische Investitionen in Foundation-Modelle, Chipdesign und energieeffizientes Rechnen, weil US-Modelle „jederzeit abgeschaltet“ werden könnten. Das andere Lager – etwa Paul Röttger (Oxford Internet Institute) – hält eigene Spitzenkonkurrenz für unrealistisch und plädiert dafür, den Zugang vertraglich und handelspolitisch abzusichern.
Beim Eigenausbau fehlt es laut den zitierten Forschern (u. a. Thorsten Holz, Max-Planck-Institut; Jonas Geiping, ELLIS Institut Tübingen) vor allem an Rechenzentren und Stromerzeugung. Die Meldung schließt an unsere Berichte zur US-Exportkontrolle und zum Protest der IT-Sicherheits-Community an.