Laut einem hochrangigen Regierungsvertreter will Washington neue Modelle zuerst selbst prüfen und US-Systeme absichern, bevor Partnerstaaten sie erhalten. Er begründete das damit, dass es amerikanische Unternehmen seien und dies bei jedem neuen Frontier-Modell so gehandhabt werde. Das Weiße Haus und OpenAI antworteten Politico zunächst nicht, Anthropic lehnte einen Kommentar ab.
Anthropic scheint der Bitte bislang zu folgen, schreibt Politico: Das seit dem 1. September 2026 verfügbare Mythos 5.1 erhielt das AISI nicht. In Anthropics eigener Ankündigung heißt es nur, das Modell sei derzeit einer Reihe von US-Organisationen vorbehalten; man stimme sich mit der US-Regierung ab, um den Zugang möglichst rasch auf inländische und internationale Partner auszuweiten. Das britische Institut wird dort nicht genannt.
AISI-Direktor Henry de Zoete räumte im September in einem Brief an einen Ausschuss des britischen Parlaments ein, keinen Zugang zu Anthropics Modell zu haben. Das Institut habe aber weiter Vorabzugang zu einigen der stärksten Modelle und etwa OpenAIs GPT-6 Astra vor der Veröffentlichung getestet. Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, das AISI arbeite weiter eng mit der US-Regierung, OpenAI und Anthropic zusammen.
Die Bitte fällt in eine Debatte darüber, wie Washington mit Modellen umgehen soll, die bei Tests in fremde Systeme eingedrungen sind – zuletzt ein OpenAI-Agent in ein australisches Regierungsportal. Öffentlich dokumentiert ist die Bitte nicht; belegt ist sie bislang nur über die beiden anonymen Quellen von Politico.