Anthropic · Claude
Claude Sonnet 5
claude-sonnet-5
ÜberholtVon Sonnet 5.5 abgelöst
- Allzweck-Anwendungen
- mehrstufige Softwareentwicklung
- tool-lastige Agenten-Workflows
Stärker bei gleichem oder geringerem Preis: Qwen3.8-Flash-Next, Grok 4.6, GLM-5.3-Flash — erreicht alle unabhängigen AA-Indizes ≥ bei niedrigerem
KontextfensterDie maximale Textmenge (in Tokens), die ein Modell pro Anfrage gleichzeitig „im Blick“ hat – Eingabe plus bisheriger Verlauf. Ist es voll, fällt Älteres aus dem Kontext.Mehr im Wissen → - 1 Mio.
TokenDie kleinste Verarbeitungseinheit eines Sprachmodells – ein Wortstück, kein ganzes Wort. Faustregel: rund 1.000 Tokens entsprechen grob 750 deutschen Wörtern. Preise und Kontextlängen werden in Tokens gerechnet.Mehr im Wissen → - Max. Ausgabe
- 128 K Token
- Preis (Input / Output)
- $2 / $10 je 1 Mio. Token
Preis-LeistungHier: AA-Intelligenz geteilt durch den (3:1 gewichteten) Token-Preis – Indexpunkte je Dollar pro Mio. Tokens. Höher = mehr Leistung fürs Geld. Entspricht der „Intelligence vs. Price“-Sicht von Artificial Analysis.Mehr im Wissen → - 9,5 Indexpkt. je $/Mio. Token
WissensstichtagDer Zeitpunkt, bis zu dem die Trainingsdaten eines Modells reichen („knowledge cutoff“). Über spätere Ereignisse weiß das Modell von sich aus nichts – es sei denn, sie werden ihm in der Anfrage mitgegeben.Mehr im Wissen → - nicht ausgewiesen
- Release
- 30. Juni 2026
SicherheitsstufeAnbieter-Einstufung des Risikoniveaus eines Modells (z. B. Anthropics ASL-Stufen oder „Cyber: High“). Höhere Stufen lösen strengere Schutzmaßnahmen aus. Stammt aus der System-Card – Eigenangabe des Anbieters.Mehr im Wissen → - nicht ausgewiesen (Cyber-Schutzmaßnahmen standardmäßig aktiv laut Anbieter)
Stärken
Laut Anbieter deutlich verbesserte Agentic-Coding- und Tool-Use-Leistung gegenüber Sonnet 4.6 1-Mio.-Token-Kontext, 128-K-Output (kein 64-K-Limit mehr wie Sonnet 4.6) Spürbar günstiger als Opus 4.8 bei laut Anbieter naher Leistung in der Wissensarbeit Der Einführungspreis von 2 $/10 $ ist seit August 2026 der reguläre Preis – die für den 01.09.2026 angekündigte Erhöhung auf 3 $/15 $ entfällt
Schwächen
Erreicht nicht die Spitzenwerte von Opus 4.8/Mythos 5 bei den härtesten Coding-/Agentic-Aufgaben; im Artificial Analysis Intelligence Index nur Platz fünf (53 Punkte) Laut System Card spürbar schwächer bei Cybersicherheits-Aufgaben als die Opus-Modelle Hoher realer Verbrauch: ~40 % mehr Output-Tokens pro Aufgabe als Sonnet 4.6 und ineffizienterer Tokenizer – die durchschnittliche Aufgabe kostet laut Artificial Analysis mehr als mit dem teureren Opus 4.8 API unterstützt `temperature`/`top_p`/`top_k` nicht mehr; Adaptive Thinking standardmäßig aktiv
Typische Einsatzfälle
Mehrstufige Softwareentwicklung & Debugging agentische Automatisierungs-Workflows Recherche & Wissensarbeit
Leistung im Vergleich
Unabhängige Indizes (Artificial Analysis, 0–100), zwei kontaminationsarme Einzel-Benchmarks (Terminal-Bench, agentische Shell-Aufgaben; τ²-bench, Tool-Use-Verlässlichkeit über viele Läufe) und Human-Präferenz-Elo (LMArena). Die dunkle Markierung zeigt den Bestwert im Katalog – so wird der Abstand zur Spitze sichtbar. Die
AA-IntelligenzZusammengesetzter Intelligenz-Index von Artificial Analysis (unabhängig, 0–100): bündelt mehrere Reasoning-, Wissens- und Mathe-Benchmarks zu einer Zahl. Je höher, desto stärker das allgemeine Reasoning.Mehr im Wissen → 38AA-CodingCoding-Teilindex von Artificial Analysis (unabhängig, 0–100): bündelt mehrere Programmier-Benchmarks zu einem Wert für die Code-Fähigkeit eines Modells.Mehr im Wissen → 72AA-AgenticAgentic-Teilindex von Artificial Analysis (unabhängig, 0–100): misst, wie gut ein Modell mehrstufige, werkzeugnutzende Aufgaben eigenständig löst.Mehr im Wissen → 45
Benchmarks im Detail
Kennzahlen aus zitierten Messungen – unabhängige Quellen sind ausgewiesen, Anbieterangaben entsprechend markiert. Werte sind nicht über Skalen hinweg vergleichbar. Wie man Benchmark-Zahlen liest →
Agentic Coding (Anbieter-Benchmark)
63,2 %
– gegenüber Opus 4.8 (69,2 %) und Sonnet 4.6 (58,1 %)
AnbieterangabeAnthropic-Launchmaterial, zitiert nach TechCrunch, 2026-06-30
Artificial Analysis Intelligence Index
53
Punkte – Platz 5, gleichauf mit GPT-5.5
unabhängigArtificial Analysis, zitiert nach The Decoder, 2026-07-02
Artificial Analysis Coding Index
72
(max effort)
unabhängigArtificial Analysis (API), abgerufen 2026-07-09
Artificial Analysis Agentic Index
47
(max effort)
unabhängigArtificial Analysis (API), abgerufen 2026-08-05
Einordnung
Nachfolger (28.09.2026): Claude Sonnet 5.5. Anthropic bietet Sonnet 5.5 zum unveränderten Preis von 2 $/10 $ je Mio. Token an; in der eigenen Benchmark-Tabelle liegt es überall vor Sonnet 5 (etwa OSWorld 2.1: 80,1 gegen 57,0 %, Anbieterangabe). Riskante Cybersicherheitsanfragen an Sonnet 5.5 werden sichtbar an Sonnet 5 weitergereicht. Details: Modellseite Claude Sonnet 5.5. Beleg · PrimärquellePreis-Korrektur (16.08.2026): Der Einführungspreis bleibt. Anthropics Preisdokumentation hält seit August ausdrücklich fest: „The $2/$10 per million input/output token pricing for Claude Sonnet 5, announced at launch as introductory pricing through August 31, 2026, is now the standard price. The previously scheduled increase to $3/$15 per million input/output tokens on September 1, 2026 will not occur.“ Damit ist die bis zum 31.08.2026 befristete Vergünstigung dauerhaft; die Batch-Preise liegen entsprechend bei 1 $/5 $. Unsere frühere Angabe „Einführungspreis bis 2026-08-31“ ist damit überholt. Marktseitige Einordnung: Sonnet 5 kostet damit ein Fünftel von Claude Fable 5 (10 $/50 $) und weniger als die Hälfte von Opus 5 (5 $/25 $) – der Preisdruck auf die Mittelklasse (DeepSeek, Kimi, Z.ai, jetzt auch Grok) schlägt zuerst dort durch, wo ein Mittelklassemodell teurer wäre als ein fremdes Spitzenmodell. Beleg · PrimärquelleDirekter Nachfolger von Sonnet 4.6: gleiche Preisklasse-Logik (deutlich unter Opus 4.8: $2/$10 Einführungspreis bzw. $3/$15 Standard vs. $5/$25), laut Anbieter aber spürbar nähere Leistung an Opus 4.8 als die Vorgängergeneration – speziell bei Agentic Coding und Wissensarbeit. ⚠️ Die hier genannte Staffel „$2/$10 Einführungspreis bzw. $3/$15 Standard“ gibt den Stand der Ankündigung vom 30.06.2026 wieder und ist durch die Preis-Korrektur oben überholt. Beleg · PrimärquelleErste unabhängige Auswertung (2026-07-02): Sonnet 5 erreicht laut Artificial Analysis 53 Punkte im Intelligence Index (Platz 5, gleichauf mit GPT-5.5) und übertrifft bei agentischen Aufgaben teils Opus 4.8 – verbraucht dafür aber ~40 % mehr Output-Tokens pro Aufgabe als Sonnet 4.6. Die durchschnittliche Index-Aufgabe kostet dadurch 2,29 $ und liegt damit über Opus 4.8 (~1,97 $) und fast beim Doppelten von Sonnet 4.6 (~1,20 $) – der niedrige Token-Listenpreis täuscht über die realen Kosten hinweg. Beleg · Sekundärquelle
Aus der System-Card
Verdichtete Befunde aus der offiziellen
Fähigkeiten
- Agentic Coding –
Laut Anbieter deutlich verbesserte mehrstufige Software-Engineering- und Debugging-Fähigkeit gegenüber Sonnet 4.6; schließt End-to-End mehrteilige Aufgaben ab, die zuvor häufig auf halber Strecke stockten. - Tool-Use & Autonomie –
Laut Anbieter selbstständigeres Planen und Nutzen von Werkzeugen (Browser, Terminal) sowie eigenständiges Überprüfen der eigenen Arbeit ohne explizite Aufforderung. - Wissensarbeit –
Laut Anbieter in Teilen der Wissensarbeit auf Augenhöhe mit oder leicht vor Opus 4.8 – bei insgesamt geringerer Kapazitätsfrontier als Opus-/Mythos-Modelle.
Verhalten & Sicherheit
- Alignment –
Laut Anbieter insgesamt niedrigere Rate an unerwünschtem Verhalten als Sonnet 4.6 und generell sicherer im agentischen Einsatz; sehr geringes Alignment-Risiko, aber höher als bei den vorherigen Sonnet-Generationen. - Refusal & Prompt-Injection –
Laut Anbieter verbesserte Ablehnung böswilliger Anfragen und bessere Widerstandsfähigkeit gegen Prompt-Injection-Angriffe im Vergleich zu Sonnet 4.6. - Cyber –
Laut Anbieter spürbar schwächer bei Cybersicherheits-Aufgaben als die Opus-Modelle; Cyber-Schutzmaßnahmen sind standardmäßig aktiv. - Halluzination & Sycophancy –
Laut Anbieter geringere Halluzinations- und Schmeichel-Raten (Sycophancy) als Sonnet 4.6.
Anthropic – System Card: Claude Sonnet 5 (PDF)· Primärquelle, abgerufen 2026-06-30
Stimmen aus der Öffentlichkeit
Subjektive Einschätzungen Dritter – keine belegten Fakten, jeweils verlinkt.
- neutral
Deutung des dauerhaft gemachten Einführungspreises als Wettbewerbsreaktion: Anthropic und OpenAI verbilligten ihre Mittelklasse (Sonnet, Terra, Luna), weil chinesische Modelle von DeepSeek, Moonshot und Z.ai – und seit Grok 4.6 auch ein US-Anbieter – bei besserer oder gleicher Leistung darunter lägen. Die These: Wenn das Mittelklassemodell eines Hauses teurer ist als ein fremdes Spitzenmodell, hat es keinen Markt mehr; der Trend zu billigeren Nicht-Frontier-Modellen werde deshalb anhalten. ⚠️ Tier C, eine Deutung ohne Beleg für das Motiv – die Preisänderung selbst ist an Anthropics Preisdokumentation belegt (siehe `einordnung`), das Motiv nicht. Der Kanal hat den Vorgang als Erster in unserem Blickfeld benannt. Riley Brown (YouTube) – „Grok 4.6 is Actually Good… And Claude Keeps Getting Better“, 15.08.2026 (per oEmbed verifiziert, gegen das Transkript gelesen) · Community, 2026-08-15 - kritisch
Der neue Tokenizer ist spürbar ineffizienter: für denselben Text/Code fallen je nach Sprache rund 1,27–1,4× mehr Tokens an als bei Sonnet 4.6 (Mandarin praktisch unverändert). Bei gleichem Listenpreis ($3/$15) läuft das auf eine effektive Preiserhöhung von etwa 30 % hinaus. Simon Willison – What's new in Claude Sonnet 5 · Sekundärquelle, Juni 2026 - gemischt
Verschiebt die Fähigkeits-Frontier nicht („Does Sonnet 5 advance the capabilities frontier? No.“), ist aber „when it is good enough for the job … a good choice“ – ein Arbeitspferd für einfachere, kostensensible Aufgaben, nicht die Speerspitze. Zvi Mowshowitz – Claude Sonnet 5 Is Not Frontier But Has Its Uses · Community, Juli 2026