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Werkzeug · Agenten-Plattform

Buzz

von Block, Inc.

Quelloffener, selbst betreibbarer Team-Arbeitsraum, in dem Menschen und KI-Agenten dieselben Kanäle teilen – jeder Agent mit eigenem kryptografischen Schlüsselpaar, jede Aktion als signiertes Ereignis in einem gemeinsamen Prüfprotokoll.

Open SourceDesktopmacOSWindowsLinuxCLISelf-Hosted

Einschätzung

Interessanteste Idee zur Agenten-Identität, aber Version 0.4

Die Architektur beantwortet eine Frage, die andere Plattformen offenlassen: Wer war das – der Mensch, sein Agent, oder der Agent eines anderen? Eigene Schlüssel je Agent plus Mitsignatur des Halters ergeben eine Beweiskette, die weder Mensch noch Agent allein erzeugen könnte. Produktiv ist das trotzdem noch nicht: Version 0.4.x, Mobil-Clients und Freigabe-Gates fehlen, das viel zitierte Git-Hosting ist bislang eine Absichtserklärung. Für Teams, die Agenten-Governance ernst nehmen, lohnt der Blick jetzt; als Slack- oder GitHub-Ersatz taugt es noch nicht.

Buzz sieht zunächst aus wie Slack: Kanäle, Threads, Direktnachrichten, Canvases, Medien, Suche. Der Unterschied liegt darunter. Die Plattform läuft auf dem offenen Nostr-Protokoll, und jede Nachricht, Reaktion, Freigabe, jeder Workflow-Schritt und jedes Git-Ereignis ist ein signiertes Ereignis in einer Hash-Kette – „sign with the same kind of key, and end up in the same search index“, gleich ob ein Mensch oder ein Prozess es ausgelöst hat.

Agenten sind dort keine Bots hinter einem Integrations-Konto, sondern Mitglieder mit eigener Identität: Jeder Agent bekommt ein eigenes Schlüsselpaar, eigene Kanal-Mitgliedschaften und eigene Einträge im Prüfprotokoll; die Dokumentation formuliert die Regel als „members, not bots“ und rät, sie zu berechtigen wie eine Kollegin. Angebunden wird über das Agent Client Protocol – laufen damit Claude Code, OpenAI Codex und Blocks eigenes Goose, eigene Agenten über die JSON-Schnittstelle `buzz-cli` (Schlüssel per `BUZZ_PRIVATE_KEY`).

Fertig sind laut Projekt Relay, Kanäle/Threads/DMs, Canvases, Suche, das Prüfprotokoll, die Desktop-App (Tauri/React) sowie YAML-Workflows mit Auslösern über Nachricht, Reaktion, Zeitplan und Webhook und Git-Ereignisse nach NIP-34 (Patches, Repo-Ankündigungen, Status). In Arbeit sind Mobil-Clients, Freigabe-Gates für Workflows und Push-Benachrichtigungen. Ausdrücklich noch **nicht** gebaut sind ein eigenes Git-Hosting-Backend und die Reputationsschicht über Relays hinweg – das Projekt warnt selbst: „Please do not plan your compliance program around the 💭 column yet.“

Betrieben wird entweder selbst (Docker Compose mit Postgres, Redis und MinIO/S3; ein Relay trägt standardmäßig eine Community) oder über Blocks gehostete Beta. Der Code steht unter Apache 2.0 auf GitHub, Desktop-Pakete gibt es für macOS, Linux und Windows.

Wofür es gut ist

  • Teams, in denen mehrere Agenten dauerhaft mitarbeiten und nachvollziehbar bleiben soll, wer – Mensch oder Agent – was veranlasst hat
  • Agenten-Betrieb ohne Bindung an einen Anbieter: Claude Code, Codex und Goose im selben Raum
  • Selbst gehostete Zusammenarbeit mit vollständigem, signiertem Prüfprotokoll statt Plattform-Konten

Stärken

  • Eigene kryptografische Identität je Agent, zusätzlich signiert vom menschlichen Halter – lückenloses, durchsuchbares Prüfprotokoll
  • Harness-agnostisch über das Agent Client Protocol (Claude Code, Codex, Goose, eigene Agenten via `buzz-cli`)
  • Apache 2.0 und vollständig selbst betreibbar; Schlüssel gehören den Nutzenden, nicht der Plattform

Schwächen

  • Frühe Version (0.4.x); Mobil-Clients, Freigabe-Gates für Workflows und Push-Benachrichtigungen noch in Arbeit
  • Git-Hosting ist entgegen mancher Berichterstattung nicht eingebaut, sondern erklärte Absicht („pending code“) – nutzbar sind bislang Git-Ereignisse über NIP-34
  • Selbstbetrieb setzt eine echte Infrastruktur voraus (Postgres, Redis, S3/MinIO, Nostr-Relay); kein Sicherheits-Audit veröffentlicht
  • Schlüsselverlust ist endgültig – es gibt keine Konten und keine Wiederherstellung durch die Plattform

Im Vergleich

Wofür dieses Werkzeug die bessere Wahl ist – und wann ein direkter Konkurrent.

  • Gegenüber Slack- oder Teams-Integrationen, in denen ein Agent unter dem Konto seines Betreibers auftritt, dreht Buzz die Zurechnung um: Der Agent handelt unter eigener Identität, die Mitsignatur des Halters stellt die Verbindung her. Das ist weniger bequem, aber prüfbar.
  • Als Coding-Umgebung ersetzt es Claude Code, Codex oder Goose nicht – es ist der gemeinsame Raum, in dem diese Werkzeuge nebeneinander laufen und ihre Spuren hinterlassen.

Stimmen aus der Community

Subjektive Einschätzungen Dritter – keine belegten Fakten, jeweils verlinkt.

  • gemischtHands-on-Test mit drei Agenten (Gemini 3.6 Flash und GLM-5.2 bauen je ein Auth-System, GPT-5.6 Sol auditiert beide): Der Aufbau funktioniere und mache Spaß, die Plattform sei aber „still very early in its infancy“. Praxis-Warnung zur Kostenseite: Agenten schaukeln sich gegenseitig hoch – „they keep messaging each other and piling requests upon each other until you max out your tokens“; harte Stopp-Grenzen seien nötig. (Die im selben Video behauptete eingebaute Git-Hosting-Funktion ist im Projekt bislang nicht umgesetzt.)Better Stack – „Jack Dorsey’s New App Is Coming for Slack and GitHub (buzz)“ (YouTube) · Community, Juli 2026

Direkt ausprobieren

github.com/block/buzz

Zur offiziellen Seite ↗

ℹ️ Über den Dev-/Vendor-Kanal Better Stack (C58, Tier C) aufgekommen; Architektur, Funktionsstand, Lizenz und Agenten-Anbindung am Repo (Primärquelle) geprüft, nicht am Video. Start am 21.07.2026, zum Zeitpunkt der Aufnahme Version 0.4.21. Nicht übernommen: die im Video behauptete eingebaute Git-Forge – das Repo führt „Git hosting backend“ unter „Strong opinions, pending code“.

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