Duet baut auf Claude Opus 5.5 auf und läuft als eigenständige App für iOS und Android sowie auf claude.ai, getrennt von der normalen Claude-App. Der Agent beginnt den Tag mit einem Briefing und sieht alle paar Stunden in den verbundenen Konten nach, statt sie ununterbrochen zu überwachen. Er arbeitet in einer virtuellen Maschine mit eigenem Browser, das Gerät des Nutzers muss also nicht eingeschaltet bleiben. Gedächtnis, Skills und verbundene Apps übernimmt Duet aus dem bestehenden Claude-Konto.
Anthropic nennt mehr als 6.000 Konnektoren und Plugins, darunter Gmail, Slack, QuickBooks, Stripe, HubSpot und Shopify. Bezahlen kann Duet über eine virtuelle Karte von Stripe Link und über Shop Pay. Einen eigenen Preis gibt es nicht: Der Agent zählt gegen die üblichen Nutzungslimits von Pro und Max, auch mit seinen Prüfungen im Hintergrund.
Bevor Duet eine Nachricht sendet, bezahlt, ein Dokument unterschreibt oder etwas löscht, zeigt es die geplante Aktion und wartet auf Freigabe. Wertpapierhandel und Überweisungen zwischen Konten bleiben auch mit Freigabe gesperrt. Passwörter und Anmelde-Token sieht der Agent laut Anthropic nie direkt. Ein neuer Klassifikator soll verhindern, dass Kreditkartennummern oder Ausweisdaten weitergegeben werden; Gesundheits- und Finanzdaten teilt Duet nur auf ausdrückliche Anweisung.
Anthropic räumt selbst Schwächen ein: Duet könne einen Gesprächsverlauf falsch lesen oder die Dringlichkeit falsch einschätzen, sei bei privaten Erledigungen wie Ticketbuchungen schwächer und könne übersehen, was zwischen zwei Prüfungen eintrifft. Was der Agent in seinem Browser tut, lässt sich noch nicht mitverfolgen. Unabhängige Tests gibt es bislang nicht; alle Angaben zu Funktionen und Schutzmechanismen stammen von Anthropic.