Alle Depeschen

DepescheRecht & Politik

Rechenzentrumsausbau: Wasserdaten bleiben lückenhaft

Die Nationale Rechenzentrumsstrategie verlangt bis 2030 doppelte Rechenzentrumskapazität und vierfache HPC- und KI-Rechenleistung. Wie viel Wasser der Ausbau benötigt, ist laut netzpolitik.org nur unvollständig bekannt. Bis zum 6. Juli 2026 lagen für das Berichtsjahr 2025 erst 482 Meldungen vor, obwohl rund 1.000 Rechenzentren meldepflichtig sein sollen.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 10. August 2026

Die Strategie wurde am 18. März 2026 veröffentlicht. Die Bundesregierung will die Rechenzentrumskapazität mindestens verdoppeln und die Kapazität für High-Performance-Computing und KI mindestens vervierfachen. Das Digitalministerium teilte laut Recherche mit, zum Wasserverbrauch lägen nur begrenzt Zahlen vor.

Das Umweltministerium weist darauf hin, dass gemeldete Daten wegen fehlender Lebenszyklusanalysen nur einen Teil des tatsächlichen Verbrauchs abbilden. Das ITZBund macht zum Wasserverbrauch seiner Standorte aus Sicherheitsgründen keine Angaben. Verstöße gegen die Meldepflicht können laut Wirtschaftsministerium mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Die EU-Daten nennen für Deutschland 2024 eine Wassernutzungseffektivität von 0,49 Litern je Kilowattstunde gegenüber 0,4 im EU-Schnitt. Ein BMWK-Gutachten führt dagegen an, dass 65 Prozent der gemeldeten Rechenzentren unter 0,1 Liter lagen. Diese Werte stammen aus der Recherche und sind wegen der lückenhaften Meldelage nicht direkt auflösbar.