Von Juni bis September hat sich die Zahl der gemergten Pull Requests im Claude-Code-Repository mehr als verdoppelt; der Anteil der Änderungen, die wieder zurückgenommen werden mussten (Reverts), sank um mehr als 40 Prozent. Der Kanal Better Stack rechnet nach: Bei genau doppelter Menge und 40 Prozent geringerem Anteil gäbe es absolut ein Fünftel mehr Reverts. Alle Zahlen stammen von Anthropic.
Vor dem Pull Request führt Claude Tests, Build und Linter aus, ein zweiter Agent liest die Änderung mit frischem Kontext. Danach suchen mehrere Agenten parallel nach Fehlern, eine weitere Gruppe stimmt über jeden Befund ab; gepostet wird nur, was genug Prüfer für echt halten. Offene Befunde aus diesem Review oder der getrennten Sicherheitsprüfung blockieren den Merge.
Die Risikostufe setzt ein Klassifikator, ein zweiter fragt, ob trotzdem eine weitere Person nötig ist. Dokumentation, Texte, interne Funktionen und Ergänzungen hinter einem Feature-Flag brauchen keine menschliche Freigabe, gewöhnliche Änderungen und sensible Bereiche wie Caching, Auto-Updater oder Systemprompts eine Person, die riskantesten Pfade zwei. Die leichten Wege gelten nur für Autoren auf einer Vertrauensliste. Die Zustimmung eines Agenten zählt nie als menschliche.
Ein Pull Request für die Kommandozeile lief über Nacht durch mehr als 50 Runden aus Review und Korrektur, bis der Autor ihn stoppte. Rund 59 Prozent der immer neu gemeldeten Stellen betrafen Code, der schon beim ersten Durchgang da war. Seither fordert der Prüfer nach drei Runden, den Ansatz zu überdenken. Der Anteil der Pull Requests, die nach einer Runde durch sind, stieg von 65 auf 78 Prozent.
Den Prüfer bewertet das Team täglich an einer Sammlung früherer Vorfälle und Reverts, deren Fehler Fachleute bestätigt haben. Automatische Schutzschalter, die die Freigabe verschärfen, wenn Revert- oder Vorfallraten steigen, gibt es laut Anthropic noch nicht; die Ingenieure wollen sie, bevor mehr Code ohne Menschen gemergt wird. Eine unabhängige Prüfung der Zahlen liegt nicht vor.