Was sich am Preis ändert – und was nicht. Anthropic nennt die Ersparnis in zwei Stufen: „For typical workloads, costs are reduced by around 25% relative to Fable 5. For complex coding and highly agentic tasks, the savings could be up to around 45%.“ Die Ursache steht direkt daneben: „Cache reads now cost 75% less, or $0.25 per million tokens.“ Auf Nachfrage nach der Preiszeile selbst antwortet die Seite unmissverständlich: „Fable 5.1’s pricing is otherwise the same as Fable 5’s: $10 per million input tokens and $50 per million output tokens.“ Artificial Analysis führt für Fable 5.1 in allen fünf Aufwandsstufen 10 $ Eingabe, 50 $ Ausgabe und 0,25 $ je Mio. gecachter Tokens – und für Fable 5 dieselben 10 / 50 $, aber 1,00 $ für den Cache. Der 75-Prozent-Schritt ist damit anbieterunabhängig nachvollzogen. ⚠️ Nebenbefund: Anthropics eigene Modellübersicht trägt weiterhin die generische Fußnote „prompt cache reads cost 10% of the base input price“ – für Fable 5.1 sind 0,25 $ auf 10 $ Grundpreis 2,5 Prozent. Die Doku ist an dieser Stelle nicht mit der Ankündigung synchron.
Die unabhängige Messung vom Erscheinungstag. Artificial Analysis hat Fable 5.1 in fünf Aufwandsstufen erfasst (Intelligence-Index-Version 4.1, release_date 2026-09-01). Intelligenz / Coding / Agentic: Low 58,1 / 75,2 / 49,2 · Medium 60,5 / 77,1 / 52,7 · High 62,5 / 79,1 / 55,8 · Xhigh 64,8 / 80,7 / 59,8 · Max 65,7 / 81,6 / 61,3. Zum Vergleich in derselben Abfrage: Fable 5 (Max) 62,1 / 76,5 / 56,6 und Claude Opus 5 (Max) 63,1 / 78,0 / 59,2. In der höchsten Stufe ist Fable 5.1 damit das stärkste Modell unseres Katalogs in allen drei Composite-Indizes.
Ein Werbeversprechen, gegengerechnet. Anthropic schreibt: „When set to Low or Medium effort, Fable 5.1 achieves results similar to or better than Fable 5’s at a much lower cost.“ Artificial Analysis führt Fable 5 nur in der Max-Stufe – gegen diesen einen Vergleichspunkt fällt die Antwort geteilt aus: Beim Coding-Index liegt Fable 5.1 schon in der Medium-Stufe vorn (77,1 gegen 76,5), beim Intelligenz-Index dagegen erst ab High (62,5 gegen 62,1); Low (58,1) und Medium (60,5) bleiben darunter. „Similar or better“ trifft also für das Coding zu, für die allgemeine Intelligenz erst eine Stufe später. Weil beide Modelle dieselben Aufwandsstufen anbieten, AA für Fable 5 aber nur eine erfasst hat, ist das kein Gegenbeweis – wohl aber der einzige unabhängige Datenpunkt, den es dazu gibt.
Was der Regler in der Praxis kostet. Simon Willison hat dieselbe Aufgabe – ein Pelikan auf einem Fahrrad als SVG – über alle fünf Stufen laufen lassen und Tokens, Zeit und Preis mitgeschrieben: Low und Medium je rund 2.000 Ausgabe-Tokens in etwa 24 Sekunden für unter 10 Cent; High 2.612 Tokens in 29,6 Sekunden für 0,131 $; Xhigh 36.767 Tokens in 7 Minuten 51 Sekunden für 1,83 $; Max 65.927 Tokens in 13 Minuten 54 Sekunden für 3,30 $. Zwischen High und Max liegt damit der Faktor 25 im Preis und der Faktor 28 in der Wartezeit – bei einer Aufgabe, deren Ergebnis Willison als bestes der Reihe beschreibt, aber eben nur graduell besser. Die Voreinstellung der API steht laut Anthropic-Doku auf `high`.
Anbieter-Benchmarks und die neue Wissenschafts-Achse. Die Ankündigung stellt einen frisch eingeführten Test nach vorn: Terminal-Bench-Science 0.1, dort 52,6 % für Fable 5.1 gegen 24,7 % für Fable 5, 29,0 % für Opus 5 und 22,4 % für GPT-5.6 Sol – eine Verdopplung gegenüber dem Vorgänger. Weiter genannt: Terminal-Bench 4.0 55,8 % (Fable 5: 42,0 %, Opus 5: 52,3 %, GPT-5.6 Sol: 37,3 %; Mythos 5.1: 60,9 %), GDPval-AA v2 1853 (1723 / 1824 / 1711), OSWorld 2.0 77,9 % partial und 41,7 % strict, Humanity’s Last Exam 60,9 % ohne und 65,0 % mit Werkzeugen, AutomationBench 31,4 % und CursorBench 3.2.0 73,4 %. ⚠️ Sämtliche dieser Zahlen sind anbieter-selbstberichtet, die Vergleichsmodelle hat Anthropic selbst ausgewählt, und Terminal-Bench-Science 0.1 ist so neu, dass es keine fremde Messreihe dazu gibt.
Zugang, Safeguards und der Enterprise-Teil. Fable 5.1 ist laut Ankündigung „available today on all platforms, including Amazon Web Services, Google Cloud, and Microsoft Azure“, die API-ID lautet `claude-fable-5-1`; auf AWS läuft es als `global.anthropic.claude-fable-5-1` über Bedrock (US-Geo- und Global-CRIS-Inferenzprofile), in der GovCloud (US) und über die Claude Platform on AWS in Nordamerika. Mythos 5.1 bleibt Prüfprogrammen vorbehalten: „Currently, it is only available to a set of US organizations.“ Bei den Safeguards nennt Anthropic zwei Zahlen: „Claude Code users can expect an average of around 60% fewer interventions per session from our cyber safeguards, relative to the previous safeguards on Fable 5“, und die Biologie-Leitplanken „fire 85% less often for benign requests related to elementary biology and medical questions“ – letzteres ausdrücklich für Fable 5.1 und Fable 5. Neu ist außerdem eine Datenschutz-Architektur namens Enterprise Frontier Safeguards: „EFS allows us to detect and respond to misuse of our models while still providing our enterprise customers the privacy of a zero data retention agreement.“ ⚠️ Der AWS-Blog datiert diese Zero-Data-Retention-Zusage ausdrücklich – sie gilt dort „through December 31, 2026“.
⚠️ Was offen bleibt. Eine Methodenbeschreibung zu den 25 und 45 Prozent Ersparnis gibt es nicht: Welche „typical workloads“ gemeint sind und wie hoch die unterstellte Cache-Trefferquote ist, steht auf keiner der geöffneten Seiten. Die 60-Prozent-Angabe zu den Cyber-Safeguards ist als „interventions per session“ formuliert, also ein Betriebsmaß ohne Bezugsgröße – wie viele Interventionen eine Sitzung vorher hatte, wird nicht genannt. Zur Modellgröße, zum Trainingsaufwand und zur Architektur sagt weder die Ankündigung noch die System Card etwas. Wir führen die Anbieterwerte deshalb getrennt von den drei Artificial-Analysis-Indizes, die als Einzige unabhängig erhoben sind.