Mozilla: Offene Modelle liegen gut vier Monate hinter geschlossenen
Mozilla hat am 15. September 2026 Fassung 1.1 seines Berichts „State of Open Source AI“ veröffentlicht. Nach Mozillas Auswertung von METR-Daten schaffen offene Modelle die Aufgabenlängen geschlossener Spitzenmodelle rund 4,4 Monate später. In einem Agenten-Test mit einheitlichem Software-Gerüst kostete ein offenes Modell bei fast gleichem Ergebnis wie Claude Opus 4.7 rund ein Fünftel je Aufgabe.
✓ Aussagen gegen die Quellen geprüft · 15. September 2026
Der Rückstand beruht auf METRs Zeithorizont, also der Länge von Aufgaben, gemessen an der Arbeitszeit von Fachleuten, die ein Modell in der Hälfte der Fälle löst. Das beste geschlossene Modell schafft laut Mozilla 1,74-mal so lange Aufgaben wie das beste offene. Unter acht Stunden gelängen sie beiden Lagern, über zwölf Stunden keinem. Epoch AI kommt mit seinem eigenen Capabilities Index auf rund vier Monate Abstand.
Für die Kosten verweist Mozilla auf Terminal-Bench 2.1, einen Test agentischer Arbeit auf der Kommandozeile, den Vals AI für alle Modelle mit demselben HarnessDie Gerüst- bzw. Steuerungsschicht um ein Modell herum: der Code, der Werkzeuge anbindet, den Loop führt, Sub-Agenten spawnt und Ergebnisse einsammelt. Faustregel: oft bringt ein engerer Harness mehr als ein klügeres Modell.Mehr im Wissen → laufen ließ, also demselben Software-Gerüst für Werkzeugaufrufe. GLM-5.2 von Z.ai löste dort 67,79 Prozent der Aufgaben für 0,43 US-Dollar je Aufgabe, Claude Opus 4.7 68,54 Prozent für 1,98 Dollar und Opus 4.8 71,91 Prozent für 2,41 Dollar. Beide Anthropic-Modelle sind inzwischen abgelöst.
Im Intelligence Index von Artificial Analysis liegt Kimi K3 bei Mozilla mit 60 Punkten gut zwei Punkte hinter Claude Fable 5 (62,1), bei 30 Prozent von dessen Listenpreis. Mozilla nutzt die Indexfassung 4.1.1 vom 1. September, die Artificial Analysis seither zweimal ersetzt hat. In der aktuellen Fassung 4.3 kommt Kimi K3 am 15. September auf 43,8 Punkte, Fable 5 auf 49,7 und dessen Nachfolger Fable 5.1 auf 53,4. Im Coding-Index liegen Kimi K3 und Fable 5 dagegen fast gleichauf (76,2 zu 76,5).
Auf dem Modell-Marktplatz OpenRouter waren im August acht der zehn Modelle mit dem größten Token-Volumen offene Modelle, sieben davon aus China. Mozillas Technikchef Raffi Krikorian sieht darin eine Konzentration: Das Ökosystem offener Modelle werde derzeit weitgehend mit chinesischem Kapital finanziert. Gegenüber Ars Technica forderte er öffentliche Rechenprogramme für vollständig offene Referenzmodelle, wie sie die Schweiz mit Apertus vormacht.