Nvidias Aktiendepot, erstmals aufgeschlüsselt: 21 Mrd. $ in SpaceX, 30 Mrd. $ in Intel
Nvidia hat am 14. August 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC ein Formular 13F eingereicht, das den Bestand an meldepflichtigen US-Aktien zum Stichtag 30. Juni 2026 ausweist. Zwei Positionen beherrschen das Depot: 214,8 Millionen Intel-Aktien im Wert von rund 30 Milliarden Dollar und – neu – 122,8 Millionen SpaceX-Class-A-Aktien im Wert von knapp 21 Milliarden Dollar. Zusammen sind das rund 51 Milliarden Dollar. Dazu kommen kleinere Beteiligungen an Synopsys (rund 2,2 Mrd. $), Nokia, Coherent, Nebius, CoreWeave und Generate Biomedicines.
Die beiden großen Positionen: Intel steht mit 214,8 Millionen Aktien und rund 30 Milliarden Dollar zum Stichtag 30. Juni 2026 in der Meldung. The Next Web und Tom’s Hardware führen diese Position auf Nvidias Investition von 5 Milliarden Dollar in Intel aus dem September 2025 zurück – der Zuwachs auf rund 30 Milliarden wäre danach im Wesentlichen Kursgewinn, kein Nachkauf. SpaceX erscheint neu mit 122,8 Millionen Class-A-Aktien und knapp 21 Milliarden Dollar; SpaceX ist seit dem Börsengang vom 12. Juni 2026 notiert, weshalb die Beteiligung überhaupt erst meldepflichtig wurde. Rechnerisch ist Intel damit die größte, SpaceX die zweitgrößte Position.
Die kleineren Posten sind für die Einordnung fast aufschlussreicher, weil sie die Wertschöpfungskette abbilden: Synopsys mit rund 2,2 Milliarden Dollar (heise vermerkt, dass Nvidia dort im Dezember 2 Milliarden investiert hatte), dazu Nokia, Coherent, die Neocloud-Anbieter Nebius und CoreWeave sowie Generate Biomedicines. Die Zusammenstellung der kleineren Werte stammt aus einer Portfolio-Auswertung; Fortune und The Next Web nennen die Namen, ohne für alle Beträge zu nennen.
Was ein 13F ist – und was nicht: Das Formular erfasst meldepflichtige US-Wertpapierpositionen eines institutionellen Verwalters zu einem Quartalsstichtag. Es zeigt nicht das gesamte Beteiligungsportfolio (nicht notierte Anteile, Wandeldarlehen, Garantien oder Abnahmezusagen tauchen nicht auf), es zeigt keine Käufe und Verkäufe nach dem 30. Juni, und die Werte sind vom Einreicher selbst angegeben. heise hält ausdrücklich fest, dass Nvidia „nur den aktuellen Wert der Investitionen“ angibt und dass diese Angaben „bisher nicht von der Behörde geprüft“ wurden. Die zeitliche Lücke ist hier erheblich: Zwischen Stichtag und Einreichung liegen sechs Wochen, in denen sich sowohl Kurse als auch Bestände verändert haben können.
⚠️ Was wir nicht behaupten. Erstens: Wir haben die Einreichung nicht selbst gelesen – sec.gov war für unser Abrufwerkzeug gesperrt (HTTP 403), sowohl die EDGAR-Suche als auch die Daten-Schnittstelle. Alle Zahlen stammen aus drei voneinander unabhängigen Wiedergaben (Fortune, heise, The Next Web), die bei Stückzahlen und Werten für Intel und SpaceX übereinstimmen. Zweitens: Eine Gesamtsumme des gemeldeten Depots nennen wir bewusst nicht. Die einzige uns zugängliche Auswertung, die eine nennt (Finbold, gestützt auf Whale Wisdom), gibt 63,4 Milliarden Dollar an – ihre eigenen Prozentangaben ergeben jedoch eine Bezugsgröße von rund 68 Milliarden. Wir geben die Unstimmigkeit weiter, statt uns für eine Zahl zu entscheiden. Drittens: Die Beträge sind Stichtagswerte vom 30. Juni und keine Anschaffungskosten; sie sagen nichts darüber, wie viel Geld Nvidia tatsächlich eingesetzt hat. Viertens: Aus dem Nebeneinander von Beteiligung und Geschäftsbeziehung folgt kein Vorwurf – zirkuläre Strukturen sind in der Halbleiterbranche nicht neu und nicht per se unzulässig. Was wir festhalten, ist der Umfang, nicht ein Urteil.