OpenAI hat GPT-6 laut The Verge darauf trainiert, selbst zu entscheiden, wann eine interaktive Darstellung mehr hilft als Text, und wie sie aussieht. Als Beispiele zeigte das Unternehmen ein beschriftetes Fahrraddiagramm, einen Rechner für die Altersvorsorge und einen Rechnungsteiler. Wer weniger Grafik will, kann sie laut TechCrunch zurückdrehen; ob sie sich ganz abschalten lässt, sagen die Berichte nicht. Zudem gibt GPT-6 Teilantworten aus, während es noch sucht. Die Wartezeit sinke dadurch um 44 Prozent, gibt OpenAI laut The Decoder an; wogegen gemessen wurde, bleibt offen.
Die Modelle in ChatGPT sind neue Fassungen vom Oktober. Codex, ChatGPT Work und die API nutzen weiter die im September veröffentlichten Versionen von Sol und Luna. Nach OpenAIs Preparedness Framework gelten beide Oktober-Fassungen in Cybersicherheit sowie Biologie und Chemie als hochfähig und laufen mit denselben Schutzmaßnahmen wie GPT-5.6.
Gegenüber GPT-5.6 meldet die System Card eine bessere Abwehr von Jailbreaks und weniger Faktenfehler in fast allen Testreihen. Zugleich verzeichnet sie statistisch signifikante Rückschritte: Sol bei Selbstverletzung, Luna zusätzlich bei drastischer Gewalt und sexuellen Inhalten. Beide Modelle beantworteten mehr solcher Anfragen, statt abzulehnen; die Verstöße seien grenzwertig, aber im Allgemeinen unbedenklich, schreibt OpenAI.
In den Tests für Nutzer unter 18 Jahren fallen beide Modelle bei altersbeschränkten und sexuellen Inhalten sowie bei emotionaler Abhängigkeit zurück. Beim letzten Punkt sinkt der Wert für Sol von 0,92 auf 0,77, für Luna von 0,93 auf 0,73. OpenAI führt das vor allem darauf zurück, dass der Test harmlose Spitznamen wie „bro“ als Fehler zähle. Für Jugendliche blockt ein zusätzlicher Klassifikator Antworten zu Selbstverletzung, sexuellen Inhalten und Gewalt; er ist in den Testwerten nicht enthalten.