Alle Depeschen

DepescheSicherheit

OWASP: Excessive Agency steigt 2026 auf Platz drei

Die OWASP-Top-10 für Anwendungen mit Sprachmodellen setzen 2026 Prompt Injection erneut auf Platz eins und die Preisgabe sensibler Informationen auf Platz zwei. Excessive Agency, also zu weitreichende Rechte oder Funktionen eines Modells, steigt von Platz sechs auf drei. Erstmals fließen neben Fachurteilen auch reale Vorfallsdaten in die Rangfolge ein.

Supply-Chain-Risiken fallen auf Platz vier, Model Data Poisoning auf fünf. Falschinformation steigt aus dem unteren Feld auf sechs, unbegrenzte Ressourcennutzung auf sieben. Hidden Context Exposure ersetzt den früheren Begriff System Prompt Leakage und steht auf acht; die unsachgemäße Ausgabeverarbeitung fällt von fünf auf zehn.

Für die neue Gewichtung zählen die Expertenabstimmung zu 75 Prozent und ein Bestand von 7.714 Vorfällen aus öffentlichen Schwachstellen- und KI-Schadensdatenbanken zu 25 Prozent. ReversingLabs zufolge ließen sich 6.639 Fälle ausreichend einordnen. Die Daten verschieben einzelne Risiken, überstimmen aber nicht automatisch die Fachbewertung.

Prompt Injection bleibt trotz der hohen Fachsorge in den Vorfallsdaten schwach vertreten, während Falschinformation dort stärker erscheint. Die Projektleitung leitet daraus eine architektonische Konsequenz ab: Systeme sollen Rechte begrenzen, Aktionen außerhalb des Modells kontrollieren und einen Fehler des Modells auf einen kleinen Schadensradius beschränken.