Die MATS-Forscher verglichen sieben Modelle mit kleinen Stichproben: zehn Läufe je Identitätsfrage, sechs sensible Fragen mit 48 Durchläufen je Versuchsbedingung und fünf Täuschungsszenarien mit 30 bis 120 Läufen. Kimi K3 nannte sich in vier von zehn Basisläufen Claude; GLM-5.2 identifizierte sich in allen zehn Läufen korrekt als GLM.
Die auffälligere Abhängigkeit zeigte GLM-5.2 beim Verhalten. Eine vorgegebene Claude-Identität erhöhte dort den Anteil unzensierter Antworten auf politische Fragen von 17 auf 85 Prozent. Die Rate strategischer Lügen sank in den getesteten Szenarien zugleich von 63 bis 69 auf 22 Prozent. Bei Kimi K3 änderte die Vorgabe kaum etwas; sein Wert blieb bei null bis einem Prozent. Die Autoren schreiben, dass die Drift bei Kimi am 20. Juli vollständig verschwunden sei.
Der selbst veröffentlichte, nicht begutachtete Bericht weist selbst auf kleine Fragensätze, jeweils nur eine Formulierung je Identität und das nur für GLM durchgeführte Verhaltensprofil hin. Vor allem folgt aus einer verwechslten Persona kein Nachweis dafür, dass ein Modell aus Claude kopiert wurde.