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ChatGPT macht Haushalte am Rechner effizienter – die gewonnene Zeit geht zu 31 Prozentpunkten ins Freizeit-Surfen

Michael Blank (Stanford), Gregor Schubert (UCLA) und Miao Ben Zhang (USC) haben das Surfverhalten von mehr als 200.000 US-Haushalten zwischen 2021 und 2024 ausgewertet. Nach der Darstellung der Stanford Graduate School of Business arbeiten ChatGPT-Nutzer bei „produktiven“ Online-Aufgaben um 176 Prozent effizienter – verschieben aber gleichzeitig 31 Prozentpunkte ihrer Bildschirmzeit in Richtung Freizeit.

Die Arbeit trägt den Titel „The Household Impact of Generative AI: Evidence from Internet Browsing Behavior“ und liegt als SSRN-Papier (Kennung 6311439) vor. Ausgewertet wurde die Browserhistorie von mehr als 200.000 US-Haushalten über den Zeitraum 2021 bis 2024; identifiziert wurde jeweils der Zeitpunkt, an dem ein Haushalt ChatGPT erstmals nutzte, und verglichen, welche Seiten davor und danach besucht wurden.

Die Kennzahlen, wie die Stanford Graduate School of Business sie am 6. August 2026 wiedergibt: Bei „produktiven“ Online-Tätigkeiten – von den Autoren breit gefasst als alles, was nicht rein dem Vergnügen dient – ergibt sich eine Effizienzverbesserung von 176 Prozent. Zugleich erhöhte sich der Anteil der Zeit, den die Nutzer auf Freizeitangeboten verbringen, um 31 Prozentpunkte, während der Anteil produktiver Seiten um 21 Prozentpunkte sank. Die eingesparte Zeit floss also nicht in mehr produktive Online-Arbeit.

Die Verbreitung war im Beobachtungszeitraum schmal und ungleich: Bis zum Ende des Zeitraums hatten 16 Prozent aller Haushalte ChatGPT mindestens einmal genutzt – 24 Prozent der Haushalte, deren Haupteinkommensbezieher 34 Jahre oder jünger war, gegenüber 11 Prozent der älteren. Am stärksten genutzt wurde der Dienst von 18- bis 34-Jährigen und von Haushalten mit einem Jahreseinkommen über 100.000 US-Dollar, besonders ausgeprägt über 200.000 US-Dollar.

⚠️ Zur Beleglage: Die Primärquelle ist für unser Abrufwerkzeug gesperrt – sowohl die SSRN-Seite als auch die Stanford-Report-Meldung liefern HTTP 403. Wir haben die Existenz des Papiers über die Auflösung der DOI 10.2139/ssrn.6311439 auf den SSRN-Datensatz bestätigt und die Zahlen aus zwei geöffneten Wiedergaben gegengelesen. Beide gehen allerdings auf dieselbe Stanford-Kommunikation zurück, sind also keine zwei unabhängigen Messungen. Eine Abweichung bleibt offen: Die deutsche Rezeption bei t3n nennt eine Spanne von „76 bis 176 Prozent“, wo die Stanford-eigene Darstellung nur die 176 Prozent führt – wir übernehmen die belegte Zahl und markieren die Spanne als ungeklärt.

Was die Zahlen nicht hergeben: Die Daten enden 2024. Alles, was seither an agentischen Werkzeugen dazugekommen ist, ist darin nicht enthalten – die Arbeit misst die Frühphase der Chat-Nutzung im Privathaushalt, nicht den heutigen Stand. Und sie misst Bildschirmzeit auf Heimgeräten, nicht Arbeitszeit im Betrieb; ein Rückschluss auf die Erwerbsarbeit ist daraus nicht zu ziehen.