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Taiwan klagt neun an – darunter ein Nvidia-Manager und zwei Supermicro-Leute: 74 KI-Server gingen über Indonesien und Japan nach China

Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Keelung hat am 24. August 2026 neun Personen wegen der Ausfuhr hochwertiger KI-Server nach China angeklagt. Unter den Beschuldigten sind ein leitender Manager der taiwanischen Nvidia-Niederlassung (Familienname Chang), zwei leitende Mitarbeiter des Supermicro-Büros in New Taipei sowie je eine Person von Albatron Technology und Chief Telecom. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft gingen 74 Server mit fortgeschrittenen Nvidia-Chips durch – 50 über Indonesien, acht über Japan, der Rest direkt aufs Festland; weitere 56 Server wurden an der taiwanischen Grenze abgefangen. Für sieben Beschuldigte fordert die Anklage bis zu fünf Jahre Haft, für zwei Geständige mildere Strafen. Nvidia als Unternehmen wird nichts vorgeworfen.

Aussagen gegen die Quellen geprüft · 24. August 2026

Die Anklage: Am 24. August 2026 erhob das Keelung District Prosecutors Office Anklage gegen neun Personen. Acht werden wegen Untreue und Urkundenfälschung belangt, drei zusätzlich wegen Unterschlagung; nach Darstellung von TaiwanPlus geht es dabei um mehr als 1 Mio. US-Dollar. Die Beschuldigten arbeiteten laut den geöffneten Berichten für Nvidia (eine Person), Super Micro Computer (zwei), Albatron Technology (eine) und Chief Telecom (eine); die übrigen drei werden ohne Firmenangabe geführt. Die AFP-Fassung nennt für sieben Beschuldigte eine geforderte Höchststrafe von fünf Jahren und mildere Empfehlungen für zwei Geständige. Nvidia und Super Micro haben auf die Anfrage der Agentur zunächst nicht reagiert; Taiwan wirft Nvidia als Unternehmen nichts vor.

Die Mengen und Routen: 74 Server mit fortgeschrittenen Nvidia-Chips erreichten China, 56 weitere fingen die taiwanischen Behörden an der Grenze ab. 50 der ausgeführten Server liefen über Indonesien, acht über Japan, der Rest ging direkt aufs Festland. Die von Investing.com wiedergegebene Bloomberg-Fassung nennt als verbaute Hardware B300-Chips und beschreibt den Nvidia-Manager mit dem Familiennamen Chang als Kernfigur des Vorgangs; für ihn fordert die Staatsanwaltschaft fünf Jahre wegen Fälschung und Vertrauensbruchs.

Der Vorlauf: Forbes berichtete am 28. Juli 2026 unter Berufung auf Bloomberg und Reuters, dass die Staatsanwaltschaft Keelung denselben Nvidia-Mitarbeiter Chang nach der Vernehmung in Gewahrsam behielt – wegen „strong suspicion of criminal activity“ einschließlich Urkundenfälschung. In derselben Meldung verwies Forbes auf die US-Anklage des Justizministeriums vom März 2026, in der es um über Supermicro-Server abgewickelte Verkäufe im Wert von 2,5 Mrd. US-Dollar nach China ging. Ein Nvidia-Sprecher erklärte dort, Schmuggel sei ein Ausschlusskriterium; abgezweigte Chips erhielten „no service, support or updates“.

⚠️ Abweichungen zwischen den Fassungen: TaiwanPlus schreibt von „more than 100 servers“ und von Haftforderungen „bis zu sechs Jahren“, während die AFP-Fassung (Korea Times) und die Bloomberg-Fassung (Investing.com) übereinstimmend 74 ausgeführte plus 56 abgefangene Server und bis zu fünf Jahre nennen. Wir führen die 74/56-Zahlen, weil sie von zwei unabhängig voneinander geöffneten Quellen getragen werden und sich mit der Aufschlüsselung nach Transitländern decken; die TaiwanPlus-Zahl könnte die abgefangenen Server einschließen. Die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft selbst haben wir nicht geöffnet.