heise fasst die Programmbezeichnung so: „Die Pläne für die massive Umstrukturierung liefen laut Reuters unter dem Namen ‚Project OT‘.“ Das Kürzel steht für Organization Transformation. Entstanden ist der Plan nach übereinstimmender Darstellung der Rezeptionen auf Metas jährlicher Führungsklausur im Januar 2026 auf Zuckerbergs Anwesen auf Hawaii; er zielte auf ein „AI native“ arbeitendes Unternehmen, in dem Agenten einen erheblichen Teil der Tagesarbeit übernehmen.
Die Produktivitätsmessung, an der der Plan scheiterte, wird von zwei unabhängig voneinander geöffneten Quellen gleichlautend berichtet: 220 Prozent mehr Code-Änderungen im Jahresvergleich, 36 Prozent mehr nutzersichtbare Funktionsverbesserungen, 40 Prozent mehr technische beziehungsweise sicherheitsrelevante Vorfälle. Engadget zitiert Zuckerberg zusätzlich mit der öffentlichen Einlassung vom Juli, „the trajectory of the agentic development … hasn’t really accelerated in the way that we expected“.
Der zweite Strang ist die Belegschaft. heise: „Unter anderem wurde eine neue Tracking-Software eingeführt, die Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge von Angestellten erfasst“ – erklärter Zweck war das Training von KI-Agenten auf den so aufgezeichneten Arbeitsabläufen. Die Zustimmungswerte der Beschäftigten fielen von 74 auf 55 Prozent; Engadget beziffert denselben Vorgang als Rückgang um 19 Punkte und nennt zunehmende gewerkschaftliche Organisierung als Folge.
Meta widerspricht der Zuspitzung, nicht dem Vorgang: Gegenüber Reuters betonte das Unternehmen, die 60 Prozent hätten sich auf Szenarien für bestimmte Teams bezogen und seien nie ein Plan gewesen, 60 Prozent der Gesamtbelegschaft abzubauen; mehrere große Bereiche seien von der Planübung von vornherein ausgenommen gewesen.
⚠️ Einordnung der Beleglage: Die Primärquelle ist die Reuters-Investigativrecherche vom 26. August 2026. reuters.com ist für unseren Abruf gesperrt (Bot-Schutz), der Link ist kein toter Link – zwei unabhängige Rezeptionen (Engadget, Slashdot) verweisen auf dieselbe URL. Geprüft haben wir die Angaben deshalb an drei unabhängig geöffneten Trägern (heise, Engadget, The Pragmatic Engineer), die bei 60 Prozent, 220/36/40 Prozent, dem Rückgang von 74 auf 55 Prozent und dem Programmnamen übereinstimmen. Der Beitrag von The Pragmatic Engineer ist ein Bezahlartikel; von ihm haben wir nur den frei sichtbaren Vorspann gelesen.
Nachtrag 31. August 2026 – zwei Zahlen aus derselben Recherche, die uns gefehlt haben. Ein Tier-C-Aufgriff (Better Stack) hat uns auf zwei Angaben gestoßen, die in der Reuters-Recherche stehen, aber nicht in unserer Meldung standen; beide haben wir an zwei unabhängig geöffneten Rezeptionen bestätigt. Erstens die Gegenzahl zu den 40 Prozent mehr Vorfällen: Computerworld schreibt „Major technical and security incidents, such as service disruptions and possible data leaks, spiked 40% from the previous year, with the time staffers had to spend firefighting them up 70%“, TechSpot gleichlautend „while the time employees spent responding to them increased 70%“. Die Vorfälle wurden also nicht nur häufiger, sie kosteten je Vorfall auch mehr Arbeitszeit – 40 Prozent mehr Ereignisse binden 70 Prozent mehr Behebungszeit. Zweitens der Grund, den ein interner Beitrag selbst nennt: Nach TechSpot hieß es in einem im April veröffentlichten Beitrag, KI-Agenten ohne ausreichende Aufsicht führten „large-scale, disruptive actions that humans are unlikely to execute“ aus. Das ist die betriebliche Bestätigung dessen, was die OWASP-Liste 2026 als „Excessive Agency“ auf Platz drei führt: Nicht die Fehlerhaftigkeit des erzeugten Codes ist der teure Teil, sondern die Reichweite der Handlung, die kein Mensch ohne Rückfrage ausgeführt hätte.